AUTRALISCHE MANDATARE ERKUNDIGEN SICH NACH HEIMISCHER DROGENPOLITIK Unterschiedliche Akzente der Abgeordneten in der Drogenpolitik

Wien (PK) - Eine Delegation des Ausschusses für Drogen- und Verbrechensbekämpfung des Parlaments im australischen Bundesstaat Victoria besuchte heute das Hohe Haus und traf mit Mitgliedern des Nationalratsausschusses für innere Angelegenheiten zu einem Arbeitsgespräch mit dem Schwerpunkt "Bekämpfung der Drogenkriminalität" zusammen. Die australischen Abgeordneten absolvieren unter der Leitung von Ausschussvorsitzendem Blair Boardman derzeit eine Erkundungsreise, um sich über internationale Erfahrungen auf dem Gebiet der Drogenpolitik zu informieren. Als unmittelbaren Anlass dafür nannten die australischen Gäste die zunehmenden Probleme mit Drogen in ihrer Heimat, insbesondere auch mit dem Heroin. - Die Aussprache stand unter der Leitung von Abgeordnetem Wolfgang Jung (F), auf österreichischer Seite nahmen an dem Gespräch die Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hoseck (SP), Otto Pendl (SP) und Hermann Reindl (FP) teil.

Die australischen Abgeordneten interessierten sich zunächst für aktuelle statistische Daten zur Drogensituation in Österreich sowie für die heimische Drogenpolitik, wobei Abgeordneter Jung die Situation aus der Sicht der Regierungsparteien darstellte und Abgeordnete Heinisch-Hoseck die davon unterschiedlichen sozialdemokratischen Prioritäten erläuterte. Abgeordnete Heinisch-Hoseck wies anhand aktueller Daten auf das große Problem der legalen Drogen Alkohol und Nikotin hin und widersprach der Auffassung, dass Cannabis als Einstiegsdroge für harte Drogen zu betrachten sei. Sie unterstrich das Prinzip "Prävention statt Strafe", wobei sie nachdrücklich dafür eintrat, die Menschen durch eine Politik der sozialen Stabilität vor der Sucht zu bewahren. Wolfgang Jung sah Alkohol und Nikotin als Themen der Gesundheitspolitik an und wollte andere Drogen unterschiedlich behandelt sehen, weil sie abhängig machten und vielfach mit Kriminalität verbunden seien. Eine härtere Gangart hielt Jung auch bei den Designerdrogen, die aus relativ einfachen Labors stammen und in Discos an Jugendliche vertrieben werden, angebracht. Auch Jung bekannte sich zur Hilfe für Süchtige, betonte aber gleichzeitig die Notwendigkeit, die Drogenhändler, die sich bisher allzuoft hinter dem Mantel der Sucht versteckt hätten, wesentlich schärfer zu verfolgen. (Schluss)

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