Greenpeace-Aktion in Wien: "Schluss mit der Gen-Pflanzerei"

Anzeige gegen Minister Haupt wegen Verdacht auf Amtsmissbrauch

Wien (OTS) - 20 Greenpeace-Aktivisten haben heute vor dem Eingang des Gesundheitsministeriums demonstrativ ein Feld mit gentechnisch verunreinigten Maispflanzen errichtet sowie den Eingang zum Ministerium blockiert. Ein Gefahrenschild wies auf die drohende Gen-Gefahr hin. Greenpeace fordert, dass Haupt sofort dieses Feld und sämtliche anderen illegalen Gen-Maisfelder in Österreich beschlagnahmen lässt. Greenpeace hat heute außerdem bei der Staatsanwaltschaft Wien Anzeige gegen Minister Haupt wegen Verdacht auf Amtsmissbrauch durch Unterlassung erstattet. Haupt war wochenlang untätig geblieben, obwohl Greenpeace den Minister bereits Anfang Mai auf die drohenden Gefahren hingewiesen hat. Haupt hat erst letzten Montag einen jedoch völlig unzureichenden Bescheid erlassen, der nur einen Bruchteil der betroffenen Felder betrifft. "Haupt muss jetzt sofort handeln, um die gentechnische Verseuchung der österreichischen Landwirtschaft zu verhindern", richtete Greenpeace-Gentechnik-Experte Thomas Fertl einen dringenden Appell an den Minister und warnte vor der Verunsicherung von Bauern und Konsumenten.

"Haupt weiß seit 2. Mai durch Mitteilung von Greenpeace vom Gen-Mais- Skandal Bescheid. Bis heute ist er jedoch seiner gesetzlichen Verpflichtung zur vollständigen Beschlagnahme des Gen-Maises nicht nachgekommen", erklärte Greenpeace-Chef Bernhard Drumel den Grund der Anzeige. "Statt nur einen zahnlosen Bescheid an Pioneer zu schicken, müsste er die Behörden anweisen, die Beseitigung der Felder wegen Gefahr im Verzug sofort in die Wege zu leiten", rief Drumel den Minister auf und wies darauf hin, dass die Ermittlungen des Ministeriums viel zu spät begannen.

Haupt hatte am Montag die Firma Pioneer per Bescheid aufgefordert, in bestimmten Fällen die Bauern zu informieren und die Gen-Felder zu beseitigen. "Von einer bundesweiten Beseitigung aller Gen-Maisfelder kann also keine Rede sein. Weder gilt der Bescheid für alle betroffenen Sorten noch für alle Arten der gentechnischen Verunreinigungen", erläuterte Fertl. "In Oberösterreich wurde beispielsweise auf ca. 2.000 Hektar gentechnisch verunreinigtes Saatgut ausgebracht, der Bescheid betrifft jedoch nur etwa 400 Hektar", so Fertl weiter. Eine konkrete Beseitigung zumindest eines Teils der Felder wurde bisher erst in Oberösterreich und Kärnten veranlasst. In der Steiermark, im Burgenland und in Niederösterreich sind überhaupt noch keine geplanten Maßnahmen bekannt. Haupt muss daher alle Landeshauptleute sofort anweisen, die Vernichtung der Gen-Felder umzusetzen bzw. zu überwachen.

Mit jedem Tag der verstreicht, wird die Gefahr von Auskreuzungen durch Pollenflug größer. In einigen Gegenden sind die Blütenstände bereits sichtbar. Die Bestäubung des Maises steht also unmittelbar bevor. "Wenn weiter fast nichts passiert, gelangt der Gen-Mais auch in unsere Lebensmittel, wodurch ein enormer wirtschaftlicher Schaden für Österreichs Landwirtschaft entstehen könnte. Auch aus ökologischen Gründen haben Gen-Pflanzen nichts auf Feldern verloren. Selbst bei relativ geringen Mengen können bereits Nützlinge gefährdet werden", warnte Gentechnik-Experte Fertl eindringlich vor den Folgen der bisherigen Verzögerung der Maßnahmen durch Minister Haupt.

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