"profil": Kaprun-Katastrophe: Hydraulikleitung war aus Plastik

Plastikschläuche in unmittelbarer Nähe des Heizlüfters waren mit hochbrennbarer Flüssigkeit gefüllt - verantwortlicher Hydrauliker war über Heizlüfter nicht informiert - hätte andere Montage empfohlen

Wien (OTS) - Unter Berufung auf den Gerichtsakt über die Untersuchung zur Ursache der Brandkatastrophe in Kaprun berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, dass im Unglückszug mit hochbrennbarer Hydraulikflüssigkeit gefüllte Druckschläuche aus Plastik waren. Die Druckschläuche waren in unmittelbarer Nähe jenes Heizlüfters verlegt, der nach dem Ermittlungsstand mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Brandquelle gilt.

"profil" zitiert aus dem Protokoll der polizeilichen Einvernahme des Chef-Hydraulikers, der den Einbau des Hydraulik-Systems während der Generalsanierung der Gletscherbahn 1994 geleitet hatte. Nach dessen Aussage seien in der talseitigen Führerkabine, wo das Feuer ausgebrochen ist, drei jeweils einen Meter lange Plastikschläuche als "Messleitungen" eingesetzt worden. Sie dienten der Verbindung zwischen dem metallischen Anschluss des Hydraulik-Systems und dem Druckmesser am Armaturenbrett der Führerkabine.

Dem Hydrauliker sei nicht bekannt gewesen, dass sich diese Schläuche, die jederzeit durch verschiedene Ursachen undicht werden können, in unmittelbarer Nähe eines Heizlüfters geführt wurden. Wäre er über diesen Umstand informiert gewesen, hätte er "sofort eine Rücksprache mit den zuständigen Firmen gehalten". Hätte er gewusst, so der Hydrauliker bei seiner Einvernahme, dass sich in unmittelbarer Nähe ein Heizlüfter befinde, wäre der Einbau so nicht durchgeführt worden.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

"profil"-Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS