"profil": Görg hegt "Grundmisstrauen" gegenüber FPÖ

Für Wiener VP-Chef war Schüssels Schweigen nach Haiders Attacken "Fehler" - will sich nicht auf Rücktrittsdatum festlegen -"Amt läuft im Mai 2004 ab"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nimmt der Landesparteiobmann der Wiener ÖVP, Bernhard Görg, zur aktuellen Situation der Koaltion Stellung. Obwohl sich die FPÖ als Regierungspartei "konstruktiver" verhalten habe als erwartet, bleibt Görg skeptisch: "Ich habe noch immer ein gewisses Grundmisstrauen, weil die FPÖ immer eher eine Europa-skeptische Partei und hemmungslos populistisch gewesen ist. Die FPÖ ist keine faschistische Partei ist, aber ich habe null Sympathie für die gewisse Versuchung, der sie erliegt, wenn es irgendwo darum geht, alte Kämpfer bei Laune zu halten."

Kanzler Wolfgang Schüssel, so der Wiener ÖVP-Chef im "profil"-Interview, habe in den zentralen Fragen wie bei der Ablehnung einer Volksabstimmung zur EU-Erweiterung "klare Führungsstärke" bewiesen. Görg: "Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt anzumerken in diesen 17 Monaten, in denen Wolfgang Schüssel Bundeskanzler ist: Er hätte sich im Februar klar und deutlicher nach Jörg Haiders Attacken gegen Ariel Muzicant zu Wort melden sollen. Das war aus meiner Sicht ein Fehler."

Gegenüber "profil" stellt Görg klar, dass es noch kein Datum für seinen Rückzug als ÖVP-Landesparteiobmann gebe. Görg: "Mein Amt als Obmann läuft regulär im Mai 2004 ab." Wünsche aus der ÖVP, er möge früher den Hut nehemn, weist Görg zurück: "Ich habe schon einmal gesagt, dass ich bei jeder einzelnen Wortmeldung in diese Richtung, meine Amtsperiode um sechs Monate verlängere."

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"profil"-Redaktion

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