- 07.07.2001, 08:06:38
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FORMAT: Anstaltsleitung in Justizanstalt Stein kommt unter Druck
Alle drei Selbstmörder wurden in Einzelzellen isoliert, obwohl ein Leitfaden des Justizministeriums davon abrät
Wien (OTS)- Der dritte Selbstmord eines Häftlings in der
Justizanstalt Krems-Stein bringt Anstaltsleiter Johann Hadrbolec
zunehmend unter Druck. Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am
Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ließ Hadrobolec entgegen den
eigenen Empfehlungen des Justizministeriums zur Suizidverhütung in
Gefängnissen alle drei psychisch kranken Selbstmörder in Einzelzellen
isolieren. In einem Leitfaden des Ministeriums mit dem Titel
"Suizidalität im Strafvollzug", der im Auftrag des Bundesministeriums
für Justiz erarbeitet und 1998 an alle Haftanstalten Österreichs
verschickt wurde, werden die wichtigste Risikofaktoren für eine
Suizidgefahr aufgezählt. Darunter fallen unter anderem psychiatrisch
vorbehandelte Häftlinge. Im Leitfaden heißt es zudem wörtlich: "Die
Einzelunterbringung ist aller Wahrscheinlichkeit nach der der
tödlichste Einzelfaktor". Der Autor des Leitfadens, der Vorstand vom
Institut für psychologische Medizin an der Uni Wien, Gernot Sonneck:
"Das müßten auch die in Stein wissen." Das Justizministerium stellt
sich dennoch hinter die Gefängnisleitung: "Von einer Verletzung der
Aufsichtspflicht kann keine Rede sein", heißt es im Büro von Minister
Dieter Böhmdorfer. Bei psychisch labilen Gefangenen liege es in der
Entscheidung des Anstaltsarztes, Einzelhaft zu verhängen.
Rückfragehinweis: FORMAT
Simon Kravagna Tel.: 06765386781
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