Schwarzböck: Bauern sehen nur Bruchteil höherer Lebensmittelpreise

Bauern verlangen vom Lebensmittelhandel faire Partnerschaft

Wien, 6. Juli 2001 (AIZ). - "Obwohl in den letzten Wochen die Lebensmittelpreise für die Konsumenten erhöht worden sind, blieb der Anteil, den die Bauern von diesen Preissteigerungen profitieren konnten, verschwindend klein. So haben die Rinderbauern noch immer nichts von den höheren Verkaufspreisen bei Rindfleisch gesehen und der größte Teil der Milchpreiserhöhung resultierte aus gestiegenen Handelsspannen. Die Verbraucher sind bereit, für hochqualitative Lebensmittel auch einen entsprechenden Preis zu bezahlen. Diese Bereitschaft hat in den letzten Monaten sogar noch zugenommen. Es kann jedoch nicht so sein, dass derjenige, der diese Nahrungsmittel erzeugt, nur einen Bruchteil dessen erhält, was der Handel an Vermarktungsspannen lukriert. Die Bauern verlangen mit Recht einen fairen Anteil am Vermarktungsgewinn. Eine faire Partnerschaft bedarf nicht nur schöner Erklärungen, sondern spürbarer Ergebnisse", richtete der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, in einer Aussendung einen dringenden Appell an den Lebensmittelhandel, die Handelspartner Bauern und Konsumenten in fairer Weise zu behandeln. ****

"Die Milchpreiserhöhung der letzten Wochen hat zwar für den Konsumenten einen um ATS 1,- höheren Milchpreis bedeutet, doch 80 Groschen davon blieben beim Handel. Den Rest müssen sich Molkereien und Bauern teilen. Bei Rindfleisch stellt sich die Situation noch dramatischer dar: Obwohl die Rindfleischpreise für die Verbraucher stetig ansteigen, stagnieren die Bauernpreise seit Monaten auf einem gegenüber dem Vorjahr um 15 bis 20 % geringeren Niveau. Wir Bauern wollen keine ungerechtfertigt hohen Preise, wir wollen nur den gerechten Anteil, der in einer richtig verstandenen Partnerschaft, die vom Bauern bis zum Konsumenten reicht, selbstverständlich sein sollte", so Schwarzböck weiter. Er verwies darauf, dass sich die wirtschaftlichen Vorleistungen und Betriebsmittel für die heimischen Bauern zwar ständig verteuerten, die Erzeugerpreise im Vergleich mit den EU-Nachbarn jedoch am unteren Ende der Skala rangierten.

Kaufverhalten der Konsumenten ausschlaggebend

"Die noch stärkere Orientierung der landwirtschaftlichen Produktion auf die Wünsche der Konsumenten bedeutet durch noch höhere Standards auch deutlich höhere Kosten. Die Bauern appellieren daher an die Konsumenten, beim Einkauf heimischen Lebensmitteln und solchen mit erkennbar höheren Standards, wie dem AMA-Gütesiegel, den Vorzug zu geben. Dadurch honorieren sie die Bemühungen der österreichischen Bauern. Gleichzeitig fordern die Bauern den Handel auf, ihnen einen gerechten Anteil vom Verkaufserlös zukommen zu lassen. Nur so kann faire Partnerschaft auch tatsächlich im wirtschaftlichen Alltag funktionieren", so Schwarzböck abschließend.
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