Grüne: Regierungsfraktionen blockieren Gen-Mais-Vernichtung Glawischnig und Pirklhuber fordern Offenlegung der Untersuchungsergebnisse und Einrichtung einer Hot-Line

Wien (OTS) - Die Regierungsfraktionen haben in der gestrigen Parlamentssitzung ohne Angabe von Gründen einen Antrag der Grünen auf umgehende Vernichtung von GVO-verunreinigten Maisflächen abgelehnt. Minister Molterer war gegenüber dem Nationalrat zu keiner Stellungnahme bereit. "Diese Blockadepolitik ist angesichts der Dringlichkeit und des immer größeren Ausmaßes der Gen-Mais-Affäre skandalös", kritisieren Umweltsprecherin Eva Glawischnig und Agrarsprecher Wolfgang Pirklhuber. "Es verstärkt sich der Eindruck, daß Schwarz-blau mehr auf Seiten der Gentech-Industrie steht denn auf Seiten der KonsumentInnen und Bauern", so die Grün-Abgeordneten. "Anders ist es nicht zu erklären, daß die zuständigen Behörden trotz klarem gesetzlichen Auftrag wochenlang nicht auf die erste großflächige und klar illegale Freisetzung von Gentech-Pflanzen in Österreich reagieren", so die Grün-Abgeordneten.

Mittlerweile weitet sich die Gen-Mais-Affäre aus. Betroffen sind bis heute die Bundesländer Kärnten, Steiermark, Burgenland, Niederösterreich und Oberösterreich. Erst gestern wurde von Landeshauptmann Pühringer bestätigt, daß in Oberösterreich auf einer Fläche von 2200 Hektar gentechnisch manipulierter Mais wächst. Die Grünen fordern die zuständigen Minister Haupt und Molterer auf, einen sofortigen Aufruf an alle Lagerhäuser und Bauern zu starten, um das gesamte Ausmaß an GVO-verunreinigten Flächen ans Tageslicht zu bringen. Pirklhuber und Glawischnig schlagen dazu die sofortige Einrichtung einer Hot-Line vor, damit noch vor der in Kürze beginnenden Mais-Blüte gehandelt werden kann. Die Grünen fordern außerdem erneut die Offenlegung aller positiven Untersuchungsergebnisse. "Alle GVO-verunreinigten Sorten, Partiennummern und Lieferanten müssen bekannt gegeben werden, denn die Bauern wissen oft gar nicht, daß Gen-Mais auf ihren Feldern wächst." Aus vertraulichen Dokumenten wurden bisher bei folgenden Sorten GVO-positive Ergebnisse festgestellt: Adelfia, Lambada, Ribera und PR39D81. "Es ist skandalös, daß sich die Minister seit Monaten hinter dem Datenschutz verschanzen und so die Interessen der großen Saatgut-Multis decken." Molterer und Haupt müßten zudem endlich die Entschädigungszahlungen außer Streit stellen, verlangen die Grünen. "Wenn die betroffenen Landwirte nicht davon ausgehen können, daß sie zur Gänze entschädigt werden, besteht kein Anreiz, daß alle Flächen bekanntgegeben werden.

Unterstützung für die Position der Grünen kommt aus Deutschland. Per Eilentscheidung veranlaßte das Verwaltungsgericht Schleswig vor wenigen Tagen, daß in Schleswig-Holstein ausgesäter gentechnisch verunreinigter Mais nicht zur Blüte gelangen darf. Der Mais muß vor der Blüte gemäht werden, um ein Auskreuzen zu verhindern.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/FMB