Wieder 3 tote Jugendliche bei Verkehrsunfall - KfV fordert Mehrphasenausbildung

Drei Tote bei Unfall in der Obersteiermark - 18jähriger Lenker hatte erst seit zwei Monaten den Führerschein

Wien (KfV-Presse) Überhöhte Geschwindigkeit war die vermutliche Ursache des tragischen Verkehrsunfalls, der in der Nacht auf heute, Freitag, drei Teenagern das Leben kostete. Kein Einzelfall, zeigt ein Blick in die Statistik. "Der Straßenverkehr ist Todesursache Nummer 1 bei jungen Menschen. Jahr für Jahr sind 35 bis 45% der Todesfälle bei jungen Menschen auf den Verkehr und nicht etwa auf Krankheiten, Selbstmord, Arbeits- oder Freizeitunfälle zurückzuführen", so Dr. Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Verbesserte Ausbildung ist chancenreichste Unfallprävention "Fahranfänger sind überproportional oft in Verkehrsunfälle verwickelt. Jeder 2. Alleinunfall geht auf das Konto von jungen Fahranfängern im Alter von 18-24 Jahren", meint Thann weiter. Aufgrund dieser Bilanz fordert das KfV die Mehrphasen-Fahrausbildung. "Wir sind überzeugt, daß das gemeinsam mit den Autofahrerclubs und dem Fachverband der Fahrschulen entwickelte Modell eines Fahrsicherheitstrainings, einer verkehrspsychologischen Weiterbildung und zwei Trainingsfahrten im Straßenverkehr wesentlich zur Hebung der Verkehrssicherheit beiträgt", so Dr. Thann.

Laut einer IFES-Meinungsumfrage Ende Dezember 2000 sind 70% der ÖsterreicherInnen für die Mehrphasenausbildung bestehend aus Fahrsicherheitstraining sowie 2 einstündigen Autofahrten mit einem Fahrlehrer - sogar wenn dies für Führerscheinneulinge mehr kosten sollte!

Jung und in Fahrt
Mangelndes Können durch noch zu geringe Fahrpraxis und jugendtypische Persönlichkeitsfaktoren wie z.B. Risikobereitschaft oder Imponiergehabe führen oft zu tragischen Unfällen. Die besonderen Stärken der optimierten Fahrausbildung, die innerhalb eines Jahres nach bestandener Führerscheinprüfung absolviert werden soll, sind:
Wiederholen, Optimieren, Neues Lernen und längere Begleitung.

Werden Sie zum "Road Expert"!
"Road Expert" nennt sich das Fahrsicherheitstraining, das Probeführerscheinbesitzern zu sicherem und sicherheitsbewußtem Verhalten im Straßenverkehr anleitet. Die Gemeinschaftsaktion des KfV, des ARBÖ, ÖAMTC, der Initiative für Fahrsicherheitstraining und der Österreichischen Fahrschulen wurde 1999 für die Dauer eines Jahres gestartet. Um Jugendlichen auch weiterhin die Chance zu geben, ihr Fahrkönnen zu verbessern, wurde die erfolgreiche Aktion verlängert. Kostengünstig, denn die Teilnahme am eintägigen Fahrsicherheitstraining kostet durch diese Aktion nur 500 statt 2.220 Schilling. Kurventraining, Bremsübungen oder das richtige Verhalten bei Aquaplaning stehen dabei ebenso auf dem Programm wie richtige Sitzposition und Lenkradhaltung oder Erfahrungsaustausch und Diskussion mit Experten. Mit Erfolg: Das Training kommt bei den Jugendlichen sehr gut an, Gefahrenbewußtsein und Strategien zur Unfallvermeidung wurden verbessert. "Die überwiegende Mehrheit der etwa 7000 Teilnehmer sprachen sich für eine verpflichtende Einführung derartiger Kurse aus", freut sich Dr. Thann über die positive Resonanz der Jugendlichen auf die Aktion.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit

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