ÖAMTC: Großes Risiko bei Unfällen mit Mietwagen im Ausland

Kein Versicherungsschutz trotz Vollkasko-Versicherung

Wien (ÖAMTC-Presse) - An einem Unfall in Österreich beteiligt zu sein, ist mit Schwierigkeiten verbunden. An einem Unfall im Ausland beteiligt zu sein, noch dazu mit einem Leihwagen, kann viele Unannehmlichkeiten nach sich ziehen, warnt der ÖAMTC. Vor allem kann es ins Geld gehen, wenn vor Abschluss des Vertrages mit der Leihwagenfirma die Versicherungsmodalitäten nicht sorgfältig unter die Lupe genommen werden.

Bei Kfz-Haftpflichtversicherungen liegen die Deckungssummen in manchen Urlaubsländern durch die Mindesthaftpflicht bei Personenschäden wie z.B. in der Türkei bei maximal 230.000,-Schilling. Bei Sachschäden kann die Summe sogar nur 25.000,-Schilling betragen. Auf manchen griechischen Inseln sind Mopeds mitunter gar nicht versichert.

USA-Reisende sollten ebenfalls den Versicherungsschutz für den Leihwagen prüfen. Viele Leihwagen sind nur zu den im jeweiligen Bundesstaat gültigen Versicherungssummen von 10.000,- oder 20.000,-Dollar versichert. Erst unlängst wurde ein deutscher Urlauber nach einem von ihm in den USA verschuldeten Unfall mit einer Forderung von 750.000,- Dollar konfrontiert. Eine Absicherung ist in den USA durch eine relativ teure Zusatzhaftpflicht-Versicherung möglich. Billiger kommt es, wenn man einen zusätzlichen Versicherungsschutz bereits in Österreich abschließt. Bei manchen Reiseveranstaltern (z.B. ADAC-Reisen mit bis zu 3 Millionen DM Zusatzdeckung) ist dieser bereits im Pauschalpreis inkludiert.

Es ist also nicht selbstverständlich, dass im Mietpreis für den Leihwagen eine ausreichende Vollkasko-Versicherung inkludiert ist. Deshalb sollte die Deckungssumme hinterfragt werden. ÖAMTC-Chefjurist Hugo Haupfleisch rät, den Vertrag für den Leihwagen, vor allem das Kleingedruckte, genau zu lesen. "Oft werden auch Vollkasko-Versicherungen für den eigenen Fahrzeug-Schaden abgeschlossen, die 'Standardschäden' an Reifen oder Scheiben nicht ausreichend abdecken. Der Leihwagenmieter muss dann für einen Teil des entstandenen Schadens selbst aufkommen." Erst im Juni wurde ein Urlauber auf einer Mittelmeerinsel, der den Mietwagen durch einen Auffahrunfall beschädigt hatte, mit einer Forderung von 40.000,-Schilling belastet. Weil kein Polizeiprotokoll erstellt worden war, lehnte die Vollkasko-Versicherung jede Zahlung ab.

Wer im Ausland vor der Anmietung eines Fahrzeuges juristischen Rat benötigt, sollte den ÖAMTC-Schutzbrief-Notruf unter +43/1/25 120 00 kontaktieren, über den Clubjuristen rund um die Uhr erreichbar sind.

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ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger

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