Gewerbeverein: Die Wohltaten der Regierung für die Wirtschaft - ARÄG

Wien (OTS) - Mit Wirksamkeit 1.1.2001 bescherte die neue Bundesregierung den Arbeitgebern eine neue Wohltat im Bereich Lohnnebenkosten: Die partielle Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Das Gesetz hat den harmlosen Namen ARÄG (Arbeitsrechtsänderungsgesetz 2000).

Attraktiv ist dabei, dass der Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung bei Arbeitern von 3,95 auf 3,65 Prozent gesenkt wurde. Gleichzeitig lief das bisher diese Materie regelnde Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) aus. Immerhin lief das wie eine Versicherung: Der Arbeitgeber zahlte 2,3 Prozent und war damit die Sorge los, wie bei Angestellten, diese bis zu zehn Wochen im Krankheitsfall aus eigener Tasche zu bezahlen.

Klingt alles wunderbar: Der Arbeitgeber sparte sich 0,3 Prozent Dienstgeberanteil zur Krankenversicherung und nochmals 2,3 Prozent zum EFZG. Da wäre ja schon ein Teil der von der Koalition paktierten 15 Milliarden Lohnnebenkostensenkung hereingespielt.

Mitnichten: Nach einem halben Jahr Beobachtungszeitraum, in der der Arbeitgeber bei Arbeitern deren Krankenstände bis zu 10 Wochen weiter zu bezahlen hat, liegt nach einer Umfrage des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV) unter seinen 3000 Mitgliedern das Ergebnis vor:
Die Lohnnebenkosten erhöhten sich um bis zu drei Prozent aus dem Titel Gleichstellung Arbeiter/Angestellte im Krankheitsfall.

Die Erklärung: Was bisher jeder Personalist wusste: Die Krankenstände waren bei Arbeitern stets um 15 Prozent länger, als bei Angestellten. (Übrigens die der Vertragsbediensteten sind etwa auf dem Niveau der Arbeiter, während sich die gestressten Beamten um 25 Prozent mehr Krankentage gönnen) Das ARÄG hat nun dazu geführt, dass bei den Arbeitern die Krankenstände förmlich explodierten. Damit stiegen auch die Lohnnebenkosten für Arbeitgeber um bis zu drei Prozent. In der Regierung - die husch-pfusch zeigen musste, dass sie die Gleichstellung Arbeiter/Angestellte lässiger schafft, als das Gerangel SPÖ/ ÖVP, das Jahre nutzlosen Verhandelns brauchte - hat nun einmal mehr bewiesen, dass ihr der Wirtschaftsstandort Österreich egal ist. Der ÖGV warnt die Regierung unmissverständlich, den gleichen vorprogrammierten Fehler beim lustigen "Abfertigungsverschenken" zulasten des Arbeitgebers nicht zu wiederholen.

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