"profil": Molterer kritisiert FPÖ

Umweltminister Molterer kritisiert FPÖ in Sachen Temelin und EU-Erweiterung - Steuerreform zu versprechen sei "nicht seriös"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt Landwirtschafts- und Umweltminister Wilhelm Molterer (ÖVP) heftige Kritik an den Vetodrohungen des Koalitionspartners FPÖ gegenüber Tschechien, sollte das Atomkraftwerk Temelin nicht geschlossen werden. Molterer: "Ich bin betroffen, dass das Prinzip, mit einem Nachbarn im Dialog zu bleiben, in Frage gestellt wird. Ich frage mich schon, wo wir hingekommen sind, wenn wir etwas mehr als zehn Jahre nach dem Ende des Eisernen Vorhangs nicht mehr mit unseren Nachbarn reden wollen."

Der Landwirtschaftsminister appelliert an den Koalitionspartner, seine Forderung fallen zu lassen. Molterer zu "profil": "Der FPÖ muss klar sein: Wir haben nichts von einem Veto, weil es Temelin nicht sicherer macht." Auf die Frage, ob die FPÖ derzeit eher als Oppositions- oder Regierungspartei agiere meint der ÖVP-Vizechef:
"Das ist work in progress."

Dennoch ist Molterer für eine Fortsetzung der Koalition nach der nächsten Wahl: "Dieses Projekt ist nicht nur für einen kurzen Zeitraum angelegt, das ist klar." Bei der Steuerreform, die die FPÖ für 2003 verspricht, bremst Molterer: "Heute zu sagen, dass die Steuerreform schon 2003 kommt, ist nicht seriös, denn man kann heute noch nicht beurteilen, ob sie dann leistbar sein wird."

Als Ziel für die Nationalratswahl 2003 peilt der Minister für die ÖVP den ersten Platz an. Molterer: "Unser Ziel ist ganz klar, die Nummer eins zu werden. Und ich glaube, das ist machbar, wenn alle an einem Strang ziehen."

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"profil"-Redaktion

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