"profil": Nürnberger droht mit Generalstreik

Metall-Gewerkschafter Nürnberger sieht "ernste Gefahr für den Bestand der Sozialpartnerschaft" - Lage wird "unerträglich"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt der Vorsitzende der Gewerkschaft Metall-Textil Rudolf Nürnberger heftige Kritik an Regierung und Wirtschaftskammer. Im Zusammenhang mit der geplanten Umstrukturierung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger wirft Nürnberger der Regierung undemokratisches Vorgehen vor: "Jetzt ist der Zeitpunkt da, wo die Lage unerträglich wird. Die Regierung will durch ein Gesetz ein demokratisches Wahlergebnis einfach umdrehen."

Der Wirtschaftskammer droht der Metaller-Boss sogar mit einem Ende der Sozialpartnerschaft. Nürnberger im "profil"-Interview: "Es gibt ein verhandeltes Papier der Sozialpartner zur Reform des Hauptverbandes. Entweder die Wirtschaft steht zu diesem Pakt und wirkt auch dementsprechend auf die ÖVP ein, oder es besteht eine sehr ernste Gefahr für den Bestand der Sozialpartnerschaft." Entscheidend sei, so der Gewerkschafter, das Ergebnis der Abstimmung über das geplante Gesetz kommenden Freitag. Nürnberger: "Da kommt es auf das Verhalten der ÖVP-Abgeordneten an. Wenn die gegen unser gemeinsames Papier stimmen, dann brauche ich diese Sozialpartnerschaft nicht."

Selbst einen Generalstreik hält Nürnberger für möglich, was für die in diesem Punkt normalerweise sehr zurückhaltende Sprachregelung führender Gewerkschaftsfunktionäre überaus unüblich ist. Nürnberger im "profil"-Interview: "Wenn die Regierung nicht auf unsere Forderungen eingeht, ist alles möglich, da ist auch ein Generalstreik nicht mehr auszuschließen. Ich kann für nichts mehr garantieren. Das ist wie ein Erdbeben: Auf der nach oben offenen Richter-Skala ist alles möglich."

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70, DW 2501 und 2502

"profil"-Redaktion,

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS