ORF-Dreharbeiten auf Hochtouren: "Action" für vier Produktionen

Fortsetzung für Murnbergers "Hainburg" und Sicheritz' "Zwölfeläuten", Drehstart für Literaturverfilmungen "Franz und Anna" und "Die Pferdefrau"

Wien (OTS) - In den "Filmwerkstätten" des ORF wird derzeit kräftig gedreht: Neben noch laufenden Produktionen wie der Arthur-Schnitzler-Verfilmung "Spiel im Morgengrauen" starteten diese Woche die Dreharbeiten zu weiteren Filmproduktionen der beiden ORF-Hauptabteilungen TV-Kultur und Unterhaltung:

Zweite Drehetappe für "Zwölfeläuten" und "Hainburg"
In Wien und Niederösterreich sowie in Osttirol werden zwei ORF-Koproduktionen fortgesetzt: Am Montag, dem 25. Juni 2001, fiel der Startschuss zur zweiten Drehetappe zu "Zwölfeläuten", der Verfilmung des gleichnamigen Bühnenklassikers von Heinz R. Unger. Diese musste auf Grund des schweren Verkehrsunfalls von Regisseur Harald Sicheritz Anfang Mai dieses Jahres auf Ende Juni verschoben werden. An insgesamt vier Drehtagen finalisierte das Team der Wiener MR TV-Film die Koproduktion von ORF und KirchMedia, die mit Unterstützung von Cine Tirol entsteht. Der Großteil des Films, der aus winterlichen Sequenzen besteht, wurde bereits im November und Dezember 2000 abgedreht.
Der ländliche Schwank, der das politische und soziale Verhalten der Bewohner eines steirischen Dorfes im Jahre 1945 - kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs - beleuchtet, wurde von Drehbuchautorin Susanne Freund zu einem rund 90-minütigen Fernsehfilm bearbeitet. Hochkarätige österreichische und deutsche Schauspieler wirken in "Zwölfeläuten" mit, so unter anderem Otto Tausig, Nikolaus Paryla, Johannes Silberschneider, Cuco Wallraff, Franz Buchrieser, Andrea Händler, Nina Proll, Wolfram Berger, Wolfgang Böck u. v. a. Der ORF-Ausstrahlungstermin des Films ist derzeit noch nicht festgelegt. Seit Mittwoch, dem 27. Juni 2001, wird auch "Hainburg" - Wolfgang Murnbergers fiktive Liebesgeschichte zwischen einer Demonstrantin und einem Gendarmen, die im Winter 1984, zur Zeit der Aubesetzung, in Hainburg spielt, fortgesetzt. Die erste Drehetappe mit den Winterszenen - der Großteil des Films - fand bereits in den Monaten Februar und März 2001 statt. Noch bis voraussichtlich 6. Juli 2001 stehen die beiden Hauptdarsteller des Films - Barbara Redl und Gunther Gillian ("Dolce Vita") - in Wien und Niederösterreich für die Sommerszenen vor der Kamera. "Hainburg", eine ORF-Produktion, die von der Wiener DOR Film hergestellt wird, ist voraussichtlich noch Ende 2001 im ORF zu sehen.

Drehstart für zwei neue ORF-Literaturverfilmungen
Zwei Verfilmungen literarischer Stoffe, die der ORF gemeinsam mit deutschen Kopartnern realisiert, stehen ebenfalls seit dieser Woche auf dem Drehplan: "Franz und Anna" und "Die Pferdefrau" sind die Titel dieser Produktionen, die beide in Österreich - komplett bzw. zum Teil - gedreht werden.
Nach dem 1894 erschienenen Roman "Ein Verrückter" des bayerischen Dichters Josef Ruederer entsteht seit Dienstag, dem 26. Juni 2001, der moderne Heimatfilm "Franz und Anna" - eine Koproduktion von KirchMedia und der deutschen Filmfirma Sonne, Mond & Sterne, im Auftrag des Bayerischen Rundfunks und des ORF. "Franz und Anna" -übrigens eine Produktion der ORF-Hauptabteilung TV-Kultur - ist Teil des Projekts "Alpen-Dramen" mit insgesamt acht Filmen, das ORF, BR und KirchMedia voraussichtlich innerhalb der kommenden fünf Jahre gemeinsam realisieren wollen.
Die Handlung des Melodrams spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert, in einem idyllischen Bergdorf. Hinter der Fassade von Recht und Moral herrscht Eigensinn, Verkommenheit und Angst. Franz Gattl ist seit Jahren als engagierter Lehrer um die Kinder des Bergdorfes bemüht. Die Kinder lieben ihn. Dem Dorfpfarrer Kleiber, dem Franz untersteht, ist der fortschrittliche Hilfslehrer ein Dorn im Auge und er nützt jede Gelegenheit, ihm die Zukunft zu vermiesen; erst recht als er von der Liebe seines Hilfslehrers zu Anna Rissbacher erfährt. Als Anna schwanger wird, sieht er seine Stunde gekommen. Das junge Paar muss seine Heimat Hals über Kopf verlassen
Unter der Regie von Robert Adrian Pejo, der im ORF zuletzt mit seinem "Tatort"-Fall "Nie wieder Oper" im Frühjahr 1999 großes Publikumsinteresse hervorrief, stehen in den Titelrollen Heio von Stetten und Julia Urban vor der Kamera von Fabian Eder ("Polt muss weinen"). In weiteren wichtigen Rollen agieren unter anderem Michael Mendl als obrigkeitshöriger Dorfpfarrer Kleiber, August Schmölzer als dünkelhafter Forstmeister Göpfert, Anton Pointecker als reicher Pointnerbauer sowie viele andere. Gedreht wird zur Gänze bis voraussichtlich 26. Juli im osttirolerischen Matrei und Umgebung. Das Drehbuch zu "Franz und Anna" verfasste Franz Xaver Sengmüller, frei nach Motiven von Josef Ruederer.
Für Julia Urban ist die Hauptrolle in "Franz und Anna" die erste Fernseharbeit überhaupt. Sie ist am Salzburger Landestheater engagiert und spielt dort unter anderem in Stücken von Bert Brecht ("Der kaukasische Kreidekreis"), Ödön von Horváth ("Geschichten aus dem Wienerwald") und in "Antigone", einer Collage nach Sophokles und Anouilh.
Der ORF-Sendetermin von "Franz und Anna" ist für das Jahr 2002 geplant.

Die zweite ORF-Literaturverfilmung "Die Pferdefrau", zu der die Dreharbeiten ebenfalls diese Woche starteten, ist ein Projekt der ORF-Hauptabteilung TV-Unterhaltung.
Die Geschichte über eine Tierärztin, ihr Schicksal und ihre Liebe zu einem Pferd und dessen Besitzer, durch die sie den Weg aus ihrem selbstzerstörerischen Yuppie-Leben findet, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jutta Beyrichen.
In der Titelrolle der "Pferdefrau", der Tierärztin Christine Grasser, steht seit Dienstag, dem 26. Juni 2001, die Steirerin Eva Herzig - im ORF in Dieter Berners "Die Verhaftung des Johann Nepomuk Nestory" als Nestroys Frau Wilhelmine zu sehen - vor der Kamera. In weiteren Hauptrollen agieren Franz Buchrieser als Christines Vater, Alexander Lutz als Christines Lebenspartner, von dem sie sich im Laufe der Handlung trennt, weiters Francis Fulton-Smith als Pferdetrainer, mit dem Christine nach anfänglicher gegenseitiger Aversion schon bald mehr als berufliche Bande vereinen. Weiters wirken Luca Zamperoni, Ursula Karusseit, Laura Schuhrk, Kurt Sobotka u. v. a. mit. Inszeniert wird die Koproduktion von ORF und MDR, die von Saxonia und Satel hergestellt wird, von der deutschen Regisseurin Gabi Kubach, die zuletzt mit der Pilcher-Verfilmung "Der Zauber des Rosengartens" im April dieses Jahres das ORF-Publikum begeisterte. Das Drehbuch zu "Die Pferdefrau" stammt von Gabriele Kister. Der ORF-Ausstrahlungstermin steht derzeit noch nicht fest.
Noch bis 7. Juli 2001 dreht die Filmcrew an Schauplätzen in Wien und Niederösterreich, danach werden die Dreharbeiten nach Deutschland -Meißen und Umgebung - verlagert, wo noch bis voraussichtlich Anfang August dieses Jahres weitergedreht wird.
Zum Inhalt des Films: Nach einer Fehlgeburt trennt sich Christine Grasser (Eva Herzig) von ihrem Freund Alexander (Alexander Lutz). Um den Schmerz zu bewältigen und etwas Abstand zu bekommen, verlässt die junge Tierärztin Wien und besucht ihren Vater (Franz Buchrieser) in Sachsen, den sie seit seiner Scheidung von ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter vor 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Dort macht sie auch die Bekanntschaft mit der Familie König, die den benachbarten Reiterhof besitzt, wo Christine nach kurzer Zeit zu Reiten beginnt. Mit dem Pferdetrainer und Leiter des Hofes, Markus König (Francis Fulton-Smith), gerät Christine oft in heftige Konflikte, seit sie beobachtet hat, wie dieser versucht, dem edlen Vollbluthengst Cupido mit Gewalt seinen Willen aufzuzwingen. Cupido soll noch heuer ein Rennen gewinnen, damit mit den erwarteten Preisgeldern der verschuldete Reiterhof saniert werden kann. Heimlich besucht Christine Cupido und gewinnt mit der Zeit sein Vertrauen. Plötzlich werden jedoch Anschläge auf den Reiterhof verübt, die nicht nur das Leben auf dem Hof, sondern auch das von Christine und Markus komplett auf den Kopf stellen.

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