Binder: Kinderfreunde lehnen neues Kindschaftsrecht ab

Wien (SK) Das mit 1. Juli 2001 in Kraft tretende neue Kindschaftsrecht trete nicht für die Rechte der Kinder, sondern für die Rechte der Väter ein, da bei einer Trennung die Kinder überwiegend bei der Mutter bleiben, kritisierte die Familiensprecherin der Österreichischen Kinderfreunde, SPÖ-Abgeordnete Gabriele Binder am Freitag. "Durch dieses Gesetz wird allen Vätern das gleiche Recht zugesprochen - den engagierten, liebevollen, die sich Zeit für ihre Kinder nehmen aber auch denjenigen, die Druck auf die Mütter über das gemeinsame Kind ausüben oder zu Gewalttätigkeit neigen. Genau hier lässt dieses Gesetz die Kinder schutzlos alleine. Ein Gesetz muss diese Minderheit der in Gefahr schwebenden Kinder schützen und hinter den Müttern stehen", stellte Binder gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. ****

Schon die bestehende Gesetzeslage hindere keinen, vom Kind getrennt lebenden Elternteil, sich um sein Kind zu kümmern, wenn er das wirklich will. Sogenannte "harmonisch Geschiedene" hätten demzufolge keinen Bedarf nach einer neuen Regelung, so Binder weiter. Wenn man bedenkt, dass viele geschiedenen Väter den Kontakt zu ihren Kindern nach einer Trennung abbrechen, müsse dieses neu in Kraft tretende Gesetz alle jene alarmieren, denen das Wohl der Kinder wichtig ist. Bisher hatten die Mütter die Rechte aber auch die Pflichten für ihre Kinder zu tragen - das neue Gesetz entreißt den Frauen die Rechte und lässt sie mit den Pflichten allein", befürchtet Binder.

"Dieses Gesetz setzt genau dort an, wo das Seelenheil des Kindes den größten Schaden nehmen kann - nämlich bei den Eltern, die weiterhin streiten. Weiters ist zu befürchten, dass großer Druck auf die Mütter ausgeübt wird, damit diese einem Obsorgemodell zustimmen, das sie selbst nicht möchten - die Interessen der Männer werden hier gestärkt, indem die Interessen der Kinder und Mütter vollkommen vernachlässigt werden", kritisierte Binder abschließend. (Schluss) hm/mm

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