Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie / FEEI wird die Herbstlohnrunde direkt mit den Gewerkschaften verhandeln / Volle Konzentration auf Modernisierung des Entlohnungssystems

Wien (OTS) - Der Ausschuss des FEEI hat gestern, nachdem die für Ende Juni angesetzte Frist für eine gemeinsame Lösung mit den Gewerkschaften ergebnislos verstrichen ist, den endgültigen Ausstieg aus der KV-Gemeinschaft beschlossen. Fachverbandsvorsteher Dipl.-Ing. Albert Hochleitner: "Es wird natürlich eine Herbstlohnrunde geben, wir werden diese allerdings erstmals direkt mit den Gewerkschaften verhandeln." Hochleitner will mit den Gewerkschaften auch die Verhandlungen über ein modernes, flexibles Entlohnungssystem für die vom Strukturwandel stark betroffene Elektro- und Elektronikindustrie weiter vorantreiben. "Ich glaube, dass die Verhandlungspartner - der Fachverband und die Gewerkschaften - hier ein gemeinsames Ziel haben und ein wichtiges Signal für die Zukunftssicherung der Branche setzen können."

Schon seit Jahren bemüht sich der FEEI darum, der rasanten Entwicklung und dem steigenden internationalen Konkurrenzdruck der Elektro- und Elektronikindustrie auch in der Lohn- und Gehaltspolitik begegnen zu können - nicht zuletzt durch die Abkehr vom Senioritätsprinzip und die Einführung eines modernen, primär leistungsorientierten Entlohnungssystems mit starkem Bezug zu den unterschiedlichen betrieblichen Bedürfnissen. Aus diesem Grund wurden erstmals im Dezember '99 der Austritt aus der KV-Gemeinschaft und eigenständige Verhandlungen mit den Sozialpartnern beschlossen. Damit wollte man den Rahmenbedingungen der EEI, die sich durch den dynamischen Strukturwandel immer stärker von der klassischen metallverarbeitenden Industrie unterscheidet, bei den Lohn- und Gehaltsverhandlungen besser entsprechen.

Angesichts der von den Gewerkschaften signalisierten Kooperationsbereitschaft wurde dieser Beschluss des Fachverbandes im Frühjahr 2000 vorläufig ausgesetzt und gesonderte Verhandlungen zum Thema Flexibilisierung der Entlohnungsmodelle geführt, für deren positiven Abschluss man sich Ende Juni 2001 zum Ziel gesetzt hatte. Bislang konnten allerdings in wesentlichen Kernfragen - also weg von der Seniorität hin zu einem modernen, leistungsorientierten System für alle im Sinne einer Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten - noch keine greifbaren Ergebnisse erzielt werden. Dies aber sind wesentliche Voraussetzungen, um auf internationale Marktentwicklungen entsprechend rasch und flexibel reagieren zu können.

"Deshalb wollen wir uns in Hinkunft bei den Verhandlungen mit den Gewerkschaften voll auf die für unsere Branche relevanten Lösungen konzentrieren," so Hochleitner und verweist darauf, dass viele der vom FEEI verfolgten Ziele wie z.B. die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die damit verbundene Arbeitsplatzsicherung (nicht zuletzt für ältere Arbeitnehmer) ohnehin auch den Interessen der Arbeitnehmervertreter entsprechen. Insofern sei man bezüglich einer konstruktiven Fortsetzung der bereits initiierten Gespräche zu einem neuen Entlohnungssystem optimistisch und hoffe auf ein ebenso sachliches Verhandlungsklima in der Herbstlohnrunde.

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