Der Sommer auf Ö1: Musikalische Festivals von London bis Granada

Wien (OTS) - Dass in den Sommermonaten, wenn allerorts in Österreich Musikfestspiele stattfinden, das Radioprogramm Österreich 1 zum "Festspielsender" wird, ist nichts Neues. Im Sommer 2001 gibt es aber mehr: Zusätzlich zu den heimischen Highlights der klassischen Musikszene zwischen Renaissance und Avantgarde holt Österreich 1 Europa nach Österreich. Die European Broadcasting Union (EBU) bietet via Satellit eine bislang nicht gekannte Fülle an hervorragenden und interessanten
Musikereignissen zur direkten Übernahme oder zur zeitversetzten Ausstrahlung an.****

Besonders in den Sommermonaten spielt Ö1 im Konzert der europäischen Rundfunkanstalten eine führende Rolle. Die hochkarätigen österreichischen Musikfestivals finden nicht nur "zu Hause" im Programm Österreich 1 statt, sondern via Satellit auch
in ganz Europa. Aber neben dem Export gibt es auch den Import:
Zusätzlich zu den heimischen Höhepunkten der Klassischen Musikszene zwischen Renaissance und Avantgarde holt Ö1 Europa nach Österreich. In Graz beginnt‘s: Aufführungen der Messa da Requiem von Giuseppe Verdi sind heuer im "Verdi-Jahr" zwar keine
Seltenheit, aber das Aufgebot an hervorragenden Interpreten lässt die "styriarte 2001" am 1. Juli (ab 20.00 Uhr) live in halb Europa erklingen: Nikolaus Harnoncourt leitet den Arnold-Schönberg-Chor und das Chamber Orchestra of Europe; die Solisten sind Luba Orgonasova, Sopran; Marjana Lipovsek, Mezzosopran; Ramon Vargas, Tenor, und Matti Salminen, Bass. Wieder einmal steht Harnoncourt
vor seiner ersten Aufführung eines großen Werkes der Musikliteratur, das er von falschen Traditionen befreien und auf
die ursprünglich intendierte Musizierweise zurückführen will.

Ab dem 2. Juli wird das tägliche "Ö1-Konzert" um 15.05 Uhr am Nachmittag zwei Monate lang ausschließlich aktuelle Konzertaufnahmen aus ganz Europa bringen. Die EBU bietet via Satellit eine bislang nicht gekannte Fülle an hervorragenden und interessanten Musikereignissen an, zur direkten Übernahme oder zur zeitversetzten Ausstrahlung. Die Reihe startet am Montag, den 2. Juli mit einem Konzert des Pianisten Boris Berezowsky und Werken
von Liszt, Skrjabin und Prokofjew, aufgenommen bei den Musikfestspielen in Schwetzingen, und endet am 31. August bei den legendären "Proms" in der Londoner Royal Albert Hall mit dem NHK Orchestra Tokyo unter Charles Dutoit. Dazwischen liegen Konzertreisen von vielen tausend Kilometern, von Lissabon bis Warschau, von Granada bis Leipzig, von Cheltenham nach Spoleto. Einige Highlights: In Spanien etwa spielt das Ensemble Alfonso X. eine Rekonstruktion des Kircheweihfestes von Granada. In London dirigiert Jukka-Pekka Saraste bei den "Proms" Sibelius-Symphonien. Eine komplette Wiedergabe der "Peer Gynt"-Bühnenmusik von Edvard Grieg bescheren Neeme Järvi, das Göteborg Symphony Orchestra und die Solisten Barbara Bonney und Bo Skovhus. Renee Fleming singt
die "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss, Emma Kirkby singt
in Leipzig Bach-Kantaten und der King‘s College Choir Cambridge singt geistliche Musik von William Byrd bis Frank Martin.

Aufnahmen zweier europäischer Musikfeste stehen besonders oft auf dem Programm von Ö1: Da ist zunächst das barocke Schloss Schwetzingen, wo von April bis weit in den Herbst hinein eine umfangreiche, höchst qualitätsvolle Konzertreihe stattfindet, die von Liederabenden und Solorezitals bis hin zur barocken Oper
reicht. Aus Schwetzingen übernimmt Ö1 im Sommer neun Konzerte für das "Ö1-Konzert". Die umfangreichste Konzertserie überhaupt bietet wieder die BBC mit den schon zitierten "Proms" an; von den rund 50 Konzerten werden bis Ende August immerhin elf im "Ö1-Konzert" zu hören sein. Und im September gibt es noch weitere "Proms", bis zur traditionsreichen "Last Night of the Proms", die natürlich auch
auf Österreich 1 miterlebt werden kann.

Auch die Reihe "Konzert am Vormittag" (MO, DI, DO um 10.05 Uhr) hat europäische Dimension: Natürlich stehen Wiedergaben von Konzerten der Schubertiade Schwarzenberg, der "styriarte", des Carinthischen Sommers, der Bregenzer und Salzburger Festspiele und anderer österreichischer Musikfeste im Vordergrund, doch wird etwa im Juli an den Samstagvormittagen (während der Ö1-"Klassik-Treffpunkt" Sommerpause macht) das Borodin Quartett aus England
mit Teilen seines berühmt gewordenen Beethoven-Schostakowitsch-Streichquartettzyklus zu hören sein. Einige Abend-Musiktermine von "Aus dem Konzertsaal" kommen ebenfalls von den europäischen Musikfesten - etwa die Berliner Philharmoniker und das Lincoln
Jazz Orchestra bei einem Zusammentreffen zwischen Claudio Abbado
und Wynton Marsalis in der Philharmonie Berlin am 11. Juli (19.30 Uhr).

Etliche hochkarätige Spezialitäten gibt es natürlich bei den internationalen Opernübertragungen: Aus dem Théatre Municipal von Lausanne wird am 14. Juli Mozarts "Lucio Silla" unter der Leitung von Jonathan Darlington übertragen. Eine Zusammenfassung der Höhepunkte der Münchener Opernfestspiele mit "Arabella" von Richard Strauss, "Les Troyens" von Hector Berlioz und "Pique Dame" von Piotr Illitsch Tschaikowsky gibt es am 28. Juli (jeweils um 19.30 Uhr). Im August folgt dann Beethovens "Fidelio" live von den Londoner "Proms": Simon Rattle dirigiert, als Leonore und
Florestan sind Charlotte Margiono und Kim Begley zu hören.

Die österreichische Opernhauptstadt auf Österreich 1 ist heuer ganz eindeutig Salzburg: Es beginnt am 23. Juli (19.30 Uhr) mit
der Live-Übertragung von Leoš Janáceks Oper "Jenufa" unter John Eliot Gardiner und mit Karita Mattila und Hildegard Behrens in den Hauptrollen. Acht Tage später, am 31. Juli dirigiert Valery
Gergiev die Oper "Lady Macbeth von Mzensk" von Dmitrij Schostakowitsch; am 4. August folgt Mozarts "Cosi fan tutte", am
17. August die mit großer Spannung erwartete, erstmals bei den Salzburger Festspielen zu sehende Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauß. Der durch seine lebendigen und pointierten Offenbach-Interpretationen bekannte Dirigent Marc Minkowski wird
die Aufführung leiten, die Hauptdarsteller sind Christoph
Homberger als Eisenstein, Elzbieta Szmytka als Rosalinde, Olaf Bär als Dr. Falke, Malin Hartelius als Adele und - eine kleine österreichische Sensation - ein weiblicher Gerichtsdiener:
Elisabeth Trissenaar verkörpert den "Frosch". Das Salzburger
Finale leitet schließlich am 25. August Silvain Cambreling: In Mozarts "Le nozze di Figaro" singen Peter Mattei und Angela Denoke Graf und Gräfin, Christiane Oelze und Lorenzo Regazzo Susanna und Figaro - und Christine Schäfer gibt den liebestollen Cherubino.

Doch auch die Konzertaufführungen der Salzburger Festspiele
sind heuer vorprogrammierte Radio-Ereignisse: Pierre Boulez, der erst im Alter zu Bruckner gefunden hat, dirigiert die 9. Symphonie des Meisters; die Wiener Philharmoniker spielen hier ebenso wie unter Riccardo Muti, der Bruckners "Sechste" leitet. Hubert
Soudant interpretiert mit dem Mozarteum-Orchester Arthur Honeggers Oratorium "Jeanne d‘Arc au bucher"; am 18. August gibt es eine "Hommage à Alfred Brendel", und ein weiterer langjähriger Gast der Salzburger Festspiele tritt gleich viermal auf: Der amerikanische Bariton Thomas Hampson hat ein eigenes Projekt mit hierzulande weitgehend unbekannter amerikanischer Vokalmusik zusammengestellt, an dem nicht nur etliche prominente Sängerkollegen, sondern auch das RSO-Wien unter Dennis Russell Davies teilnehmen.

Natürlich werden auch die anderen österreichischen Musikfeste und Festivals nicht zu kurz kommen - eine detaillierte Broschüre zum Festival-Sommer auf Österreich 1 mit allen Übertragungsterminen bis Oktober ist kostenlos beim Ö1-Hörerservice (Tel. 01/501 70-371; E-Mail: oe1.service@orf.at) zu beziehen oder unter http://oe1.orf.at abrufbar. Nur zwei Opernaufführungen aus den westlichen Bundesländern seien noch stellvertretend erwähnt: John Steinbecks weltberühmter Roman "Of Mice and Men" in der Vertonung durch Carlisle Floyd wird bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt und in Österreich 1 am 21. Juli (19.30 Uhr) gesendet - und Joseph Haydns Oper "Il mondo della
luna" kommt am 10. August von den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Dirigent ist Renè Jacobs, es spielt die Akademie für Alte Musik Berlin.(ih)

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