Warmer Mai mit geringen Niederschlägen

Aktueller Bericht des Hydrografischen Dienstes im Landeswasserbauamt Bregenz

Bregenz (VLK) - Der Mai 2001 wies überdurchschnittliche Temperaturen und unterdurchschnittliche Niederschläge auf.
Die Tagesmittel der Lufttemperaturen waren bis 4,6 Grad über
dem langjährigen Durchschnittswert. Die Niederschläge lagen
bei 35 bis 70 Prozent gegenüber der Normalmenge. Das geht aus
dem aktuellen Bericht des Hydrografischen Dienstes im Landeswasserbauamt Bregenz heraus. Der Bericht ist wie immer
auch im Internet unter www.vorarlberg.at/Landeswasserbauamt abrufbar. ****

Außergewöhnlich waren in diesem Mai die fast den ganzen
Monat zum Teil deutlich über dem Durchschnitt liegenden Lufttemperaturen. Nur an drei Tagen lag die Lufttemperatur
unter dem langjährigen Mittelwert. Die Abflüsse waren
abhängig von der Höhenlage der Einzugsgebiete entweder über
oder unter den Mittelwerten. Die Grundwasserstände im Mai veränderten sich unterschiedlich, je nach Abhängigkeit der jeweiligen Messstelle von der Schneeschmelze. Die Niederschlagssummen lagen deutlich unter den langjährigen Mittelwerten für den Monat Mai. Außer der geringen Anzahl der
Tage mit Niederschlag wirkte sich dabei auch aus, dass keine extremen Niederschläge zu verzeichnen waren.

Niederschlag und Lufttemperatur

Im Mai sind folgende Niederschlagssummen aufgeteilt auf
die verschiedenen Talschaften aufgetreten:

Im Rheintal 50 bis 100 Millimeter (35 bis 55 Prozent des langjährigen Mittelwertes), Bregenzerwald 70 bis 120
Millimeter (45 bis 60 Prozent), Walgau 40 bis 60 Millimeter
(35 bis 50 Prozent), im Großen Walsertal und Laternsertal 50
bis 95 Millimeter (30 bis 55 Prozent), im Montafon 65 bis 80 Millimeter(50 bis 70 Prozent) sowie im Klostertal und am
Arlberg 60 bis 80 Millimeter (45 bis 60 Prozent). Die
höchsten Tagesniederschlagssummen lagen bei den meisten Niederschlagsmessstationen zwischen 15 und 35 Millimeter. Die
Tage mit den höchsten Niederschlägen waren der 5.,24. und 31.
Mai. Die höchste Tagesniederschlagssumme in Vorarlberg wurde
am 24. in Egg mit 34,8 Millimeter gemessen. In Zürs gab es
Anfang Mai eine Schneehöhe von 110 Zentimeter. Durch die
warme Witterung schmolz der Schnee täglich um bis zu 10
Zentimeter und aperte am 16. Mai aus. Die Summe der
Niederschläge im Jahr 2001 bis Ende Mai liegt zwischen 95 und
120 Prozent im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten.

Die Temperaturen waren im Mai überdurchschnittlich. Das Tagesmittel der Lufttemperatur lag nur am 6. und 7. sowie am
18. unter dem langjährigen Monatsmittelwert. Die wärmste Zeit
des Monats waren die Tage vom 28. bis 30., in Bregenz wurde
sowohl am 28 und 29. Mai ein Tagesmittel von 24,0 Grad
gemessen. Der wärmste Tag war in Damüls der 30. und in Zürs
der 29. Mai mit einem Tagesmittel von 16,4 beziehungsweise
12,7 Grad. Der kälteste Tag war in weiten Teilen des Landes
der 6. Mai, mit einem Tagesmittel in Bregenz von 10,0 Grad
Celsius, in Damüls 4,1 Grad und in Zürs von 1,7 Grad. In Zürs
war der 18. mit einem Tagesmittel von 1,5 Grad der kälteste
Tag im Mai. Über den gesamten Monat Mai gesehen, lagen die Lufttemperaturen deutlich (2,7 bis 4,6 Grad) über dem
langjährigen Durchschnitt.

Abflussgeschehen

Der Abfluss des Rheins war im Mai von der Schneeschmelze geprägt. Der mittlere Abfluss lag mit 468 Kubikmeter pro
Sekunde (m³/s; langjähriges Mittel 357 m³/s) deutlich über
dem Durchschnittswert. Das Niederwasser lag bei 241 m³/s, das Hochwasser am 31. Mai bei 775 m³/s. Bei Bächen und Flüssen
mit Einzugsgebieten, welche zu Monatsanfang schneefrei waren
gab es bedingt durch die geringen Niederschlagshöhen unter
dem Durchschnitt liegende Abflüsse. An der Bregenzerach lag
der mittlere Monatsabfluss bei 64,2 m³/s (langjähriges
Mittel 82,7 m³/s). Bei der Dornbirnerach war der mittlere
Abfluss im Mai mit 5,44 m³/s ebenfalls unter dem langjährigen Mittel von 8,10 m³/s.

Die Wassertemperatur im Rhein war mit 9,2 Grad um 1,2 Grad
über dem langjährigen Mittelwert (8,0 Grad). Auch an der Bregenzerach lag im Berichtsmonat die Wassertemperatur mit
9,5 Grad über dem langjährigen Mittelwert (8,0 Grad).

Der Wasserstand des Bodensees war am Monatsanfang mit 363 Zentimeter, 28 Zentimeter über dem durchschnittlichen
Wasserstand zu dieser Jahreszeit. Durch die Schneeschmelze in höheren Lagen stieg der Wasserstand beinahe kontinuierlich
bis zum Monatsende auf einen Tagesmittelwert von 406 cm an
und war damit zehn Zentimeter über dem Mittelwert für diese Jahreszeit. Das Monatsmittel über den Monat berechnet, lag
bei 387 Zentimeter, und somit 22 Zentimeter über dem
langjährigen mittleren Bodenseewasserstand im Mai.

Die durchschnittliche Wassertemperatur am Bodensee, welche jeweils 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche gemessen
wird, lag im Mai mit 14,5 Grad deutlich (um 2,0 Grad) über
dem langjährigen Monatsmittelwert von 12,5 Grad.

Unterirdisches Wasser

In höhergelegenen Messstellen wirkte sich die
Schneeschmelze in einem Ansteigen des Grundwasserstandes aus.
In tieferliegenden Grundwassermessstellen mit
oberflächennahem Grundwasserstand führten die niedrigen Niederschläge zu einem Fallen des Wasserstandes. Die Grundwasserstände zu Ende des Mai 2001 sind daher je nach Charakteristik der Messstelle unter oder über dem
Mittelstand.

Beilagen: (9 Seiten)

-Messstellenübersicht der ausgewählten Stationen für den Monatsbericht
-Lufttemperatur-Monatswerte
-Niederschlagssummenlinien
-Niederschlags-Monatssummen
-Vergleich der Niederschlagssummen und
Lufttemperaturmonatsmittel
-Tagessummen Niederschlag und Lufttemperaturtagesmittel
einiger Stationen
-Schneeverlauf von Zürs - Winter 2000/2001 im Vergleich zu
Mittel- und Extremwerten und Wasserstandsbewegung des
Bodensees von 2001 im Vergleich zu Mittel- und Extremwerten
-4 ausgewählte Grundwasser-Messstationen im Vergleich zu
Extrem- und Mittelwerten
-Niederschlags- u. Lufttemperaturdaten der ausgewählten
Stationen mit Wasserstandsganglinie Rhein vom Mai 2001

Quellen: Daten des Hydrografischen Dienstes von Vorarlberg, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG),
Vorarlberger Illwerke AG. Alle Daten sind vorläufig. Die
geprüften Werte werden im Hydrografischen Jahrbuch von
Österreich veröffentlicht.
(so/ug,nvl)

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