"Chancengleichheit beginnt in den Kinderbetreuungseinrichtungen"

Brauner: Geschlechtssensible Kleinkindpädagogik eröffnet Mädchen und Buben vielfältige und neue Wege

Wien, (OTS) Auf Initiative von Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner und dem Wiener Frauenbüro wurde im September 1999 erstmals der Schwerpunkt "Geschlechtssensible Kleinkindpädagogik" in einem Wiener Kindertagesheim gesetzt. "Bemühungen zur Schaffung von Chancengleichheit für Mädchen und Buben müssen möglichst früh ansetzen. Die Berufswahl und der gesamte weitere Lebensweg können im Kleinkindalter entscheidend beeinflusst werden", betonte Brauner die Bedeutung der geschlechtssensiblen Kleinkindpädagogik anlässlich der Vorstellung dieses Projektkindergartens in der Brunhildengasse im 15. Bezirk.****

Die geschlechtssensible Kleinkindpädagogik nimmt zur Kenntnis, dass das biologische Geschlecht eines Menschen die Ausbildung von Fähigkeiten und Fertigkeiten beeinflusst. Von Geburt an werden Kindern tradierte Geschlechterrollen vermittelt: Wie haben Mädchen zu sein? Was wird von "typischen" Buben erwartet? Dabei stehen die jeweiligen Vorstellungen der sie umgebenden Erwachsenen - Eltern, KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen - im Vordergrund. Die so, den Mädchen/Buben einmal, zugeordneten Eigenschaften werden im weiteren Leben der Kinder noch verfestigt.

"In der geschlechtssensiblen Kleinkindpädagogik werden den Buben und Mädchen vielfältige und auch neue Wege eröffnet. Die Vermittlung eines breitgefächerten Spektrums an Fähigkeiten und Fertigkeiten bietet beiden Geschlechtern später mehr Wahlmöglichkeiten im Leben", zeigte sich Stadträtin Brauner von dem Konzept überzeugt. Die geschlechtssensible Kleinkindpädagogik stützt sich auf die 4 Säulen Personalkonzept, Raumkonzept, Planung/Reflexion und die Elternarbeit.

Chancengleichheit durch "alternative" Rollenvorbilder

Das Personalkonzept in der geschlechtssensiblen Kleinkindpädagogik sieht männliche und weibliche BetreuerInnen vor, die den Kindern möglichst unterschiedliche Modelle vorleben. Kinder lernen in hohem Ausmaß durch Rollenvorbilder. Es ist wichtig, ihnen zu zeigen, dass Frauen und Männer wechselseitig voneinander Aufgaben übernehmen: Männer können trösten und lassen Drachen steigen. Frauen kennen sich bei Fußball aus, lesen aber auch gerne aus Bilderbüchern vor. Das Raumkonzept dient vor allem dazu, die "Vorbestimmtheit" von Orten, wie Spielecken und -plätzen zu vermeiden. Im Kindertagesheim Brunhildengasse gibt es neben freien Spielflächen und einer flexiblen Lagerung des Spielzeugs auch wechselnde explizite Mädchen/Bubenbereiche als Schutzräume zum Erproben von neuen, "untypischen" Tätigkeiten.

Die hochwertige Arbeit von Kindergarten- und HortpädagogInnen wurde um den Aspekt geschlechtssensibler Planung und Reflexion bereichert. Dazu gehört auch die Überprüfung des eigenen Verhaltens, der Sprache und der Auswahl bestimmter Angebote an Mädchen und Buben. Die vierte Säule der geschlechtssensiblen Kleinkindpädagogik ist das Miteinbeziehen von Müttern und Vätern. Denn Kinder können nicht losgelöst von ihrem Lebensumfeld gesehen werden. (Schluss) hk

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