Brauner über ÖVP-Kurswechsel erfreut

Wiener Antidiskriminierungsstelle nimmt wieder an Regenbogenparade teil

Wien, (OTS) Sie begrüße die "späte Einsicht", dass der Paragraph 209 nicht aufrecht zu erhalten sei, sagte Frauen- und Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner am Mittwoch in einer ersten Reaktion auf den Kurswechsel der Wiener ÖVP im Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Lebensweisen. "Offensichtlich hat es doch genützt, dass Europride dieses Jahr in Wien stattfindet. Die Präsenz der bunten Regenbogenfahnen hat anscheinend das düstere Weltbild der Wiener ÖVP etwas aufgehellt", so Brauner.

Das Umdenken der Wiener ÖVP sei positiv zu bewerten, allerdings müssten den nun gemachten Ankündigungen schnellstens Taten folgen. "Ich hoffe, dass sich die ÖVP nicht allzu viel Zeit nimmt, sich in anderen ‚EU-Staaten’ umzusehen. Denn für homosexuelle Paare geht es um ‚alltägliche’ Diskriminierungen, die so schnell wie möglich abgestellt werden müssen", forderte Brauner. Anlässlich der Regenbogenparade am kommenden Samstag strich Brauner erneut die Bedeutung der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (Wast) hervor. Diese leiste kontinuierliche Arbeit für Gleichstellung und biete Unterstützung für Betroffene.****

"Die Regenbogenparade ist ein lautes, oft auch schrilles, aber immer unübersehbares Zeichen der lesbischwulen Lebensfreude mitten in der Stadt und verbindet inhaltliche Forderungen mit dem bunten Ausdruck von Vielfalt. Europride 2001 war insgesamt ein wichtiger Impuls für Wien", meinte Brauner im Zusammenhang mit dem nahende Ende des Festivals.

"Wast" präsentiert "coming-out am Arbeitsplatz" - Neue Zahlen über lesbischwules Arbeitsleben

Wie jedes Jahr nimmt die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen auch heuer mit einem eigenen Wagen an der Parade teil. Dabei wird die Situation von Lesben und Schwulen am Arbeitsplatz thematisiert, die nur allzu oft von Ausgrenzung und Diskriminierung durch die heterosexuelle Mehrheit geprägt ist. 80 Prozent der Lesben und Schwulen wurden schon einmal wegen ihrer sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz diskriminiert. Nur 12 Prozent können an ihrem Arbeitsplatz offen über ihre gleichgeschlechtlichen PartnerInnen sprechen. Die große Mehrheit muss ihre Homosexualität geheimhalten. Bei vielen führt diese psychisch belastende Situation zu psychosomatischen Erkrankungen und zur Verminderung der Arbeitsleistung. Ein tolerantes Miteinander am Arbeitsplatz ist also nicht nur für Lesben, Schwule und Transgenderpersonen wichtig, es ist für das gesamte Betriebsklima und auch für den ökonomischen Erfolg des Arbeitgebers von immenser Bedeutung. Der Wagen der Wiener Antidiskriminierungsstelle will zum coming-out am Arbeitsplatz ermutigen und fordert vom heterosexuellen "Arbeitsumfeld" Toleranz und Respekt. (Schluss) hk

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