SP-Muttonen: Österreichische Literatur durch ÖBV-Privatisierung gefährdet

Wien (SK) "Von einer Wahrung der Interessen österreichischer AutorInnen kann bei der von der Bundesregierung geplanten Privatisierung des Österreichischen Bundesverlages keine Rede sein", reagierte heute SPÖ-Abgeordnete Christine Muttonen auf Aussagen von Kulturstaatssekretär Morak. Vielmehr sei eine Gefährdung der österreichischen Literatur und der Interessen österreichischer AutorInnen zu befürchten. ****

Wenn der Verkauf der drei zum ÖBV gehörenden Literaturverlage Deuticke, Brandstätter und Residenz ausschließlich nach materiellen Gesichtspunkten erfolge - "und das ist zu befürchten, wenn man sich den vorliegenden Gesetzesentwurf ansieht" -, werde es für österreichische AutorInnen wesentlich schwieriger werden, sich mit ihren Werken einem breiteren Publikum präsentieren zu können. Die kulturpolitische Dimension der österreichischen Literatur und die Forderungen der Resolution der österreichischen AutorInnen seien im ÖBV-Privatisierungsentwurf überhaupt nicht berücksichtigt. "Die angestrebte stärkere Präsenz am deutschen Markt wird stark vom jeweiligen Verlag und dessen Zielsetzungen hinsichtlich Literaturförderung und Qualitätsproduktion abhängig sein - da auch die deutschen Verlage gewinnorientiert arbeiten, werden es vor allem ökonomische Aspekte sein, die für die Auswahl der künftig dort verlegten österreichische Literatur zur Anwendung kommen. Wenn die Produktion von Qualitätsliteratur nicht als Bedingung für den ÖBV-Verkauf in die Verkaufskriterien aufgenommen wird, so werden es unbekannte österreichische Autoren doppelt schwer haben, mit ihren Werken überhaupt unterzukommen", erklärte Muttonen abschließend gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. (Schluss) ps/mp

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