PSK erhöht Gebühren auf Sozialspenden um 60 Prozent

"Licht ins Dunkel" fordert: Faire Rahmenbedingungen für Spender und Hilfsorganisationen - 100 Euro Steuerabsatzbetrag

"Die PSK erhöht ihre erst vor einem Jahr eingeführte Gebühr auf Sozialspenden am 1. Juli 2001 um 60 Prozent von fünf auf acht Schilling. Die PSK, die die Aktion "Licht ins Dunkel" ansonsten auf vorbildliche Weise unterstützt, ist das einzige Geldinstitut in Österreich, das Klein- und Kleinstspenden mit einer Sondergebühr belastet. Diese Maßnahme betrifft vor allem jene, die sich 20 Schilling (= 1,45 Euro), 50 Schilling (= 3,63 Euro) oder 100 Schilling (= 7,27 Euro) buchstäblich vom Munde absparen. Im Namen einer der größten Spendenaktionen des Landes fordere ich daher neuerlich die Schaffung von fairen Rahmenbedingungen für die Hunderttausenden Spender und für die zahlreichen Hilfsorganisationen in Österreich." Das erklärte Kurt Bergmann, der Leiter der Aktion "Licht ins Dunkel", gestern zum Abschluss einer Serie von Dank-Veranstaltungen für Sponsoren, Aktionspartner, Vereine, Organisationen etc., die in den vergangenen Tagen in allen Bundesländern im Rahmen von Veranstaltungen der Landeshauptleute und der ORF-Landesintendanten durchgeführt wurden.

Die politische Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass immer mehr Aufgaben der öffentlichen Hand privaten Hilfsorganisationen übertragen bzw. aufgelastet werden.
Dagegen wäre an sich nichts einzuwenden, würden nicht der Staat, die Länder, die Gemeinden und staatsnahe Einrichtungen immer wieder versuchen, an den Spendengeldern "mitzunaschen".

Dazu gehören neben der Erlagscheingebühr der PSK auch die Versandgebühren der Post für sogenannte Bettelbriefe, die erst 1999 eingeführte Sondergebühr auf Erlagscheinbeilagen bei Zeitungen und die Nichtabzugsfähigkeit der Mehrwertsteuer sowie die KESt auf Bankzinsen.

Unter dem Motto: "Hände weg vom Spendenschilling" haben die im Rahmen von "Licht ins Dunkel" tätigen Hilfsorganisationen eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, um einerseits die Hilfsorganisationen zu entlasten und andererseits die Spenderinnen und Spender noch mehr als bisher zu motivieren, Not leidenden und benachteiligten Menschen zu helfen:

1. Spenden an karitative Hilfsorganisationen sollten für Einzelpersonen bis zu einer Höhe von 100 Euro pro Jahr von der Einkommensteuer absetzbar sein.
2. Spendenaktionen sollen vom Gesetzgeber klar definierte Begünstigungen bei den Versandtarifen der Post und bei der Beilage von Erlagscheinen in Printmedien erhalten.
3. Erlagscheingebühren und Bankspesen dürfen von den Geldinstituten nicht eingehoben werden.
4. Auf bei Banken eingelegte Spendengelder sollen Zinsen KESt-frei sein.
5. Ausgaben von Spendengeldern bei der Durchführung von Hilfsmaßnahmen sind von der Mehrwertsteuer zu befreien.
6. Vorsteuerabzug für alle Ausgaben, die aus Spendengeldern in Erfüllung der gemeinnützigen Tätigkeit finanziert werden (Gleichstellung mit Unternehmen).
7. Die Hilfsorganisationen sollen zur Schonung der Spendengelder vom Staat einen Zuschuss von 4 Prozent der Spendensumme zur Finanzierung der Durchführungskosten ganz konkreter Projekte erhalten.
"Die Erfüllung dieser Forderungen würde erstmals das so notwendige Zusammenwirken von Staat, Hilfsorganisationen und Spender ganz klar definieren", erklärte Kurt Bergmann.

Im Rahmen des Vereins "Licht ins Dunkel" sind folgende Hilfsorganisationen tätig: "Lebenshilfe", "Gesellschaft österreichischer Kinderdörfer", "Kinderfreunde", "UNICEF", "Rettet das Kind", "Caritas", "Diakonisches Werk", "Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation", "Malteser Hospital Dienst".

Rückfragen & Kontakt:

Anita Götz-Winkler
Tel.: (01) 87 878 - DW 15206
http://lichtinsdunkel.orf.at

ORF Licht ins Dunkel

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