Greenpeace: Überraschungsbesuch bei Minister Haupt: Stopp Gen-Mais in Österreich

Bis zu 4000 Hektar gentechnisch verunreinigter Mais angebaut - Haupt muss endlich Beseitigung veranlassen

Wien (OTS) - Greenpeace-Aktivisten erkletterten heute früh den Balkon des Ministerbüros Haupt und überreichten Mais von Kärntner Äckern, auf die gentechnisch verunreinigtes Saatgut ausgebracht wurde. Vom Balkon wurde ein Banner mit der Aufforderung "Stopp Gen-Mais jetzt" entrollt. Mit dieser Aktion forderten die Aktivisten den zuständigen Minister auf, sofort die Vernichtung der gentechnisch kontaminierten Maisfelder zu veranlassen, bevor die Pflanzen zu blühen beginnen und sich so unkontrolliert vermehren. "Minister Haupt weiß seit acht Wochen vom Anbau nicht zugelassener Gen-Mais-Sorten und hat bis heute außer leeren Ankündigungen nichts getan um diese Gentech- Pflanzen zu beseitigen", erklärte Thomas Fertl, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace, "es handelt sich dabei um die größte Freisetzung von Gentech-Pflanzen, die je in Österreich stattgefunden hat. Es ist unfassbar, dass Minister Haupt offenkundig glaubt, sich um das Problem herumdrücken zu können. Wir fordern ihn auf, die sofortige Beseitigung zu veranlassen und vollen Schadenersatz für die betroffenen Bauern sicherzustellen."

Greenpeace hatte bereits am 2. Mai aufgezeigt, dass die Maissorte PR39D81 der Firma Pioneer mit in Österreich nicht zum Anbau zugelassenen Gentech-Mais verunreinigt ist. Erst nach fünf Wochen hat der Minister reagiert und angekündigt, die betroffenen Felder zu vernichten. Das ist aber bis heute nicht geschehen, die Behörden haben noch nicht einmal herausgefunden, wo der Gentech-Mais wächst. Greenpeace überreichte daher dem Minister eine Landkarte mit zweckdienlichen Angaben über Äcker von vier Kärntner Bauern, deren Felder mit gentechnisch verunreinigtem Mais kurz vor der Blüte stehen.

Das beanstandete Saatgut war von Greenpeace zu Testzwecken im Lagerhaus Klagenfurt gekauft worden. Nach Greenpeace-Recherchen haben mindestens 12 Bauern dieses Saatgut gekauft. Greenpeace hat außerdem Belege dafür, dass es auch im Lavanttal und in der Steiermark verkauft wurde. Inzwischen hat das Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft (BFL) als zuständige Behörde die gentechnische Verunreinigung dieser und zwei weiterer Chargen der Pioneer-Sorte bestätigt. Demnach sind mindestens 76 Tonnen gentechnisch verunreinigtes Saatgut im Umlauf - das ergibt eine Anbaufläche von bis zu 4000 Hektar.

Die Firma Pioneer zieht sich auf eine Grenzwertdiskussion zurück. "Für Verunreinigungen mit in Österreich nicht zugelassenen Gentech-Sorten gibt es jedoch keine Schwellenwerte", so Fertl. "Bei einem Verunreinigungsgrad von 0,1% bedeutet das, dass in Österreich heuer an die vier Hektar illegaler Gentech-Mais angebaut wurden. Das ist mehr als jemals zu Versuchszwecken zur Diskussion stand", erläuterte Fertl.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Thomas Fertl,
Gentechnik-Experte / Greenpeace Österreich,
tel. 0664-4904986
DI Herwig Schuster,
Greenpeace Österreich,
tel. 0664-4319214
Matthias Schickhofer,
Pressestelle / Greenpeace Österreich,
tel. 0676-7309786

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