Eisenbahner-Aktion: "Uns liegt die Bahn am Herzen!"

GdE-Aktion zur Einstellung des ÖBB-Gepäck-Service

Wien (GdE/ÖGB). Die Eisenbahnergewerkschaft wird morgen, Freitag (29. 6.) in den frühen Morgenstunden auf den Bahnhöfen der Ostregion mit einer Verteilaktion auf die Einstellung der Gepäckbeförderung durch die ÖBB, die seit 10.Juni durch die teure wie unsoziale Haus-Haus-Gepäck-Regelung ersetzt worden ist, aufmerksam machen. Auf Flugblättern mit dem Titel "Uns liegt die Bahn am Herzen" erklären sich die EisenbahnerInnen aus Anlass des Ferienbeginns in Ostösterreich mit den Reisenden solidarisch.++++

Die Eisenbahnergewerkschaft wendet sich mit dieser Aktion direkt an die Reisenden. Auf den Flugblättern heißt es: "Wir Eisenbahner würden ja gerne Ihr Gepäck übernehmen. Am Bahnhof. Dort wo Sie’s gewohnt sind. Dort wo wir für Sie da sind. Denn Reisen muss einfach und bequem sein. Nur leider hat die ÖBB die Gepäcksschalter für immer geschlossen. Wir Eisenbahner an den Schaltern und Zügen verstehen Ihren Ärger. Denn ab jetzt ist das Reisen mit Gepäck kompliziert und teuer." Damit die Reisenden ihrem Ärger an der richtigen Stelle Luft machen können, empfiehlt die Eisenbahnergewerkschaft den Reisenden die Adresse des ÖBB Personenverkehrs: Direktor Stindl, 1020 Wien, Praterstern 3/7,
E-Mail: gerhard.stindl@pv.oebb.at

Gf. Zentralsekretär Bacher: ÖBB handelt unsozial

Der geschäftsführende Zentralsekretär der Eisenbahnergewerkschaft, Norbert Bacher, wies Donnerstag neuerlich darauf hin, dass die Umstellung der ÖBB-Gepäckbeförderung auf das neue Haus-Haus-System unsozial, familien- und behindertenfeindlich ist. Durch ein neues Zuschlagssystem wird beispielsweise die Beförderung von Kinderwagen, Fahrädern und Rollstühlen derart verteuert, dass die Beförderung etwa eines Rollstuhls am Sonntag statt bisher 110 Schilling nunmehr 460 Schilling kostet.

Probleme gibt es auch für Reisende, die etwa in Ungarn oder Slowenien Urlaub machen wollen. Das Reisegepäck wird nämlich nur nach Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien, Dänemark, sowie in die Schweiz und die Niederlande zugestellt. Urlauber an den Plattensee müssen selber schleppen ...

Seit der Änderung der Reisegepäckbeförderung mit 10.Juni häufen sich bei den ÖBB-Kassen und beim Zugpersonal die Klagen über die Umstellung der Reisegepäckbeförderung. Mit Ferienbeginn (ab diesem Wochenende in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, sowie ab 7. Juli in Oberösterreich, der Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg) dürften diese Beschwerden stark ansteigen.

Die Eisenbahnergewerkschaft wird ihre Solidaritätsaktion mit den Reisenden morgen, Freitag auf den Wiener ÖBB- Bahnhöfen starten und am 6. Juli auf den Bahnhöfen der südlichen und westlichen Regionen fortsetzen.

FOTO-TERMIN:
Morgen, Freitag (29.Juni), 8 Uhr: Verteilaktion mit dem gf. Zentralsekretär der
Eisenbahnergewerkschaft, Norbert Bacher, am Wiener Südbahnhof, Kassenhalle.

ÖGB, 28.Juni 2001
Nr. 529

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Walter Kratzer
Telefon: 0664/61 45 765

Gewerkschaft der Eisenbahner/Presse

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