Fischer ehrt Lebenswerk von Rosa Jochmann

Prammer: Vermächtnis von Jochmann ist das "Nichtvergessen und Hinschauen"

Wien (SK) "Rosa Jochmann war eine Frau, auf die nicht nur die Sozialdemokratie stolz sein kann, sondern ganz Österreich", so SPÖ-Nationalratspräsident Heinz Fischer Mittwoch Abend, im Rahmen einer Ausstellungseröffnung im Parlament zum 100. Geburtstag von Rosa Jochmann. Neben Fischer ehrten auch SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer, der SPÖ-Bezirksvorsteher von Simmering, Otmar Brix, und der Vorsitzende der Sozialistischen Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus, Alfred Ströer, das Lebenswerk von Rosa Jochmann "Wir sind verpflichtet, das Andenken an Rosa Jochmann aufrecht zu erhalten. Deshalb gibt es diese Ausstellung, die für jeden zugänglich ist", bemerkte Fischer. ****

Fischer hob in seiner Rede die einzelnen Stationen im Leben Jochmanns hervor. In ihrer Kindheit wurde sie von christlichen wie sozialistischen Tugenden geprägt. "Dies hat ihr wohl die Fähigkeit gegeben, die Menschen zu lieben und Solidarität zu zeigen." Ihr politisches Engagement in jungen Jahren innerhalb der Gewerkschaft und Sozialdemokratie sei vorbildlich gewesen. Bereits 1933 wurde sie in den Bundesvorstand der Sozialistischen Partei gewählt. "Mit dem Verbot der Sozialdemokratie im Jahre 1934 brach für sie eine Welt zusammen." Während des zweiten Weltkrieges folgte die Deportation ins Konzentrationslager Ravensbrück. "Nachdem der Faschismus zusammengebrochen war, konnte sie wieder am Aufbau ihrer Partei, die sie so geliebt und der sie so viel gegeben hat, mitwirken", so Fischer. Nach dem Ausscheiden aus dem Parlament wäre sie nicht einfach in den Ruhestand übergetreten, sondern hätte bei den Sozialistischen Freiheitskämpfern und Opfer des Faschismus weiterhin für ihre Anliegen gekämpft.

Besonders bemerkenswert an Rosa Jochmann wäre ihre Fähigkeit gewesen, mit Worten umzugehen. Sie hätte immer wieder betont, dass man das Grauenhafte der Konzentrationslager nicht vergessen dürfe. Trotz des erlittenen Leides wäre sie nicht mit Hass erfüllt gewesen und ihre politische Diskussionsbereitschaft wäre erhalten geblieben.

"Rosa Jochmann hat uns wirklich ein großes Vermächtnis hinterlassen. Sie hat uns nicht nur das Nichtvergessen gelehrt, sondern uns auch auf das Hinschauen aufmerksam gemacht", konstatierte Barbara Prammer. "Jeder von uns sollte sich darüber Gedanken machen, wie er diesem Vermächtnis gerecht werden kann." Auch Prammer lobte in ihrer Ansprache die bemerkenswerte Biographie von Rosa Jochmann. Bereits in jungen Jahren als Betriebsrätin hätte sie sich gegen die Freisetzung von Saisonarbeitern ausgesprochen und die soziale Ungerechtigkeit angeprangert.

"Rosa Jochmann ging mit gutem Beispiel voran. Das niemals vergessen war für sie besonders wichtig", bemerke die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende. Auch die Generation nach dem Krieg solle sich diesem Vermächtnis annehmen und den Zeitzeugen zuhören. "Rosa Jochmann hat immer die richtigen Worte gefunden." Während ihrer Tätigkeit als Parlamentarierin hätte sie sich besonders für das Opferschutzgesetz eingesetzt. Prammer kündigte für Herbst eine große Veranstaltung an, "in deren Mittelpunkt nicht Jochmann steht, sondern das was sie von uns erwartet hätte." (Schluss) sw

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