FORMAT: Peter Steins "Parsifal" kommt an die Staatsoper.

Sein Geschenk an Abbado, seine Absage an Mortier, sein Dank an Häupl.

Wien (OTS) - Im Interview mit FORMAT bestätigt "Faust"-Regisseur Peter Stein, daß seine "Parsifal"-Inszenierung bei den Salzburger Osterfestspielen 2002 mit Claudio Abbado am Pult an die Wiener Staatsoper übersiedelt.

Stein zu FORMAT: "Ich mache das (Anm.: den Salzburger "Parsifal") nur deshalb, weil Claudio Abbado mich gebeten hat, seine letzte Produktion als Chef der Salzburger Osterfestspiele zu inszenieren. "Parsifal" soll auch mit der Wiener Staatsoper koproduziert werden. Ich liebe ja Verdi, aber Wagner ist überhaupt nicht mein Komponist. Die Arbeit mit Claudio an "Simon Boccanegra" vor einem Jahr war so harmonisch, daß er mir sofort den "Parsifal" angeboten hat. Zuerst habe ich abgelehnt, aber als ich von seiner Krankheit erfuhr, war ich emotional sehr bewegt. Und statt ihm einen Blumenstrauß zu schicken, habe ich angerufen und gesagt, wenn du das wirklich willst, dann mache ich den "Parsifal", obwohl das keineswegs mein Stück ist."

Stein über Salzburg und Mortier: "Ich muß Ihnen sagen, ich freue mich trotzdem, weil es ein großes Geschenk ist, in Salzburg zu arbeiten. Die Salzburger Technik und die Menschen, die dort arbeiten, einmal abgesehen von diesem Belgier da (Gerard Mortier, Anm.) und seiner unangenehmen Crew, sind wunderbar. Wissen Sie, es gibt nicht so viele gute Musiker, die mit mir arbeiten wollen, entweder die kennen mich nicht oder die finden mich blöd oder haben kein Interesse mehr. Zum Beispiel macht der Pierre Boulez, den ich sehr verehre, keine Opern mehr. Und Claudio ist sehr freundlich zu mir. Das begegnet mir selten."

Und Peter Stein über sein Wiener "Faust"-Gastspiel im September:
"Ich habe vor drei Jahren verzweifelt nach Geldgebern und quasi nach Koproduzenten gesucht und habe auch dem Wiener Bürgermeister Häupl das "Faust"-Projekt dargestellt, in einer Sitzung von einer halben Stunde. Und da passierte das absolut Phantastische, der Häupl sagte nur: "Des moch ma." Das wurde mir dann übersetzt, und Wien hat sich an dieser Produktion beteiligt. Nach der Expo und Berlin kann ich sagen, daß die Stadt Wien der größte Sponsor ist dieser Veranstaltung."

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