DER STANDARD-Bericht: "Verheugen: Kritik an Temelin-Klage der Landeshauptleute" " Erscheinungstag 32.6.2001

Wien (OTS) - Der für Osterweiterung zuständige EU-Kommissar Günter Verheugen übt in einem Interview mit dem Standard Kritik am Vorgehen der Landeshauptleute von Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg, die mit einer Klage und einstweiligen Verfügung die Inbetriebnahme des tschechischen AKW Temelin vorläufig stoppen wollen: "Ich bin unglücklich über dieses Vorgehen, weil die tschechische Seite es natürlich als ein Abrücken von dem verstehen muss, was in Melk vereinbart war. Das einzige Ergebnis, das dabei politisch rauskommen kann, wäre ja, dass Österreich den tschechischen Beitritt verhindert".

Beim Treffen zwischen Kanzler Schüssel und dem tschechischen Premier Zeman in Melk und in Anwesenheit von Verheugen wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung beschlossen. Der Erweiterungsprozeß sei ein "sehr ungeeignetes Instrument für eine solche Kampagne. ich will nicht verschweigen, daß mich die Tendenz, den Fall Temelin in dieser Form zu verallgemeienrn, schon sehr besorgt". Österreich müsse begreifen: Es gibt keine legale Möglichkeit, den Bau eiens Kernkraftwerkes in einem Nachbarland zu verhindern. Die tschechische Regierung habe eindeutig erklärt, "daß sie unter keinen Umständen ein Kernkraftwerk ans Netz gehen lassen wird, das nicht das erreichbare Maß an Sicherheit bietet". (rau)

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