Drogen im Straßenverkehr:

Enquete im NÖ Landhaus

St.Pölten (NLK) - "Drogen im Straßenverkehr" nannte sich eine Enquete, die heute, Freitag, 22. Juni 2001, am frühen Nachmittag im Landesregierungsviertel in St.Pölten begann. Die Enquete wurde vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, Landesstelle Niederösterreich, und vom Amt der NÖ Landesregierung eingeladen. ExpertInnen, Amtsärzte, Vertreter von der Polizei und der Gendarmerie, Rechtskundige und Verkehrspsychologen beschäftigten sich mit Drogen, einem Check-Formular für die Beurteilung von Substanzen, aktuelle legistische Entwicklungen, dem Umgang gegenüber Auffälligen oder Verdächtigen, ihren Beeinträchtigungen und mit den Wegen zur Therapie. Die Moderation übernahmen der Landesstellenleiter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, Helmut Lindner, und Niederösterreichs Suchtkoordinatorin Mag. Margit Itzenthaler. Eingangs hörte man zudem Worte von Dipl. Ing. Meinrad Stipek, dem Straßenbaudirektor beim Amt der NÖ Landesregierung.

Der chronische Gebrauch von psychoaktiven Substanzen löst bekanntlich Störungen aus, die verschieden stark ausfallen können. Bei der Substanzabhängigkeit handelt es sich um eine chronische Erkrankung, deren Verlauf durch Rückfälle gekennzeichnet ist Als primäres Ziel sollte nach einer medizinischen Stabilisierung vor allem die soziale Reintegration und nicht nur die Abstinenz der Patienten dienen. Bei entsprechender Motivation der Betroffenen ist eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll und kann heilend wirken. Die Suchterkrankung ist freilich von einem hohen Maß an Morbidität gekennzeichnet. Häufig liegt keine Mono-Abhängigkeit vor, sondern mehrere Substanzen wirken gleichzeitig, kombiniert mit alkoholischen Getränken. Folgen dieses Konsums sind Persönlichkeitsstörungen, Angsterkrankungen, ja Panikattacken und depressive Störungen. Das alles gilt natürlich auch für die Verwendung von Drogen im Straßenverkehr, also vor allem für Autolenker. Als Maßnahmen gegen die Abhängigkeit gelten zum Beispiel der Entzug mit allen seinen Problemen, die Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie und Gruppentherapeutik, die Konfrontation mit unerwünschtem Verhalten und die Stärkung sozialer Kompetenz, Arbeitstraining, Berufsberatung und Zugang zu Selbsthilfegruppen, schließlich auch das Krisenmanagement, wenn also ein Rückfall droht oder schon eingetreten ist.

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