Kubitschek: Hat Arbeitsrecht noch etwas mit Realität zu tun?

Diskussion zu New Economy in SPÖ-Zukunftswerkstätte

Wien (SK) "Hat das Arbeitsrecht mit der tatsächlichen Situation in der Arbeitswelt der New Economy eigentlich noch irgendetwas zu tun?" - diese Frage stellte SPÖ-Wirtschaftssprecherin Maria Kubitschek am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung der SPÖ-Zukunftswerkstatt mit dem Thema 'Nach dem Ende des Hype -Arbeiten in der New Economy'. Weitere Diskutanten waren Johannes Hofmeister, Gründer des Betriebsrats bei einem großen Telekommunikationsunternehmen, Doris Wilhemer vom Austrian Research Center, Peter Affenzeller vom Management einer großen E-Business-Firma und schließlich Josef Hochgerner vom Zentrum für soziale Innovation. Kubitschek brachte die Fragestellung auf, wofür die New Economy mehr stehe, für Kreativität und Beteiligung am Gewinn, oder doch eher für mehr Arbeit und hohes Risiko. Wegen der zahlreichen neuen Rahmenbedingungen, gelte es auch für die SPÖ ihr Programm zu überdenken. "Dazu geben solche im Rahmen des von Alfred Gusenbauer initiierten 'Netzwerk Innovation' stattfindende Veranstaltungen die beste Möglichkeit." ****

Kubitschek legte dar, dass die vielzitierte Flexibilisierung der Arbeitszeit nicht nur die New Economy betreffe, aber gerade dort sehr intensiv und vielfältig sei. "Sind die jetzigen Regelungsmechanismen für die Arbeitswelt von heute aber noch adäquat?", gab die SPÖ-Wirtschaftssprecherin zu bedenken.

Betriebsrat Hofmeister wies auf die "Notwendigkeit" hin, in seinem Unternehmen eine Arbeitnehmervertretung zu gründen: "Wir hatten damals schon 700 Mitarbeiter, alle haben weit über das gesetzliche Limit gearbeitet, 12 bis 16 Stunden am Tag waren üblich und die Fluktuationsrate betrug 40 Prozent." Zwischen dem, was von der New Economy jung und dynamisch nach außen gelange und der tatsächlichen Situation gäbe es große Differenzen, so Hofmeister. Er forderte zudem eine staatliche Unterstützung bei der Mitarbeiterausbildung und kritisierte Blau-Schwarz: "Mit dem Programm zur New Economy, das sie Bundesregierung beschlossen hat, wird man nicht viel anfangen können."

Wilhemer äußerte ebenfalls ihre Gedanken zur Ausbildung am IT-Sektor: "Keiner weiß, was man wissen soll, aber jeder ist dabei, es zu erlernen", was sie als spannend empfinde. Überhaupt gäbe es in der New Economy eine ganz andere Kultur: "Rasch, kooperativ und geprägt von jungen Menschen, die stetig neuen Herausforderungen gewachsen sind."

Affenzeller berichtete, mit seinem Unternehmen alle Höhen und Tiefen mitgemacht zu haben: "Sechs Jahre lang gab es nur Aufschwung und Expansion, jetzt ist der Kampf am Markt viel härter und wir haben Mitarbeiter abbauen müssen. Hochgerner hält Diskussion über die New Economy generell für übertrieben: "Die Arbeitswelt ist dort nicht so anders - auch die Ausbeutung der Mitarbeiter ist nicht erst im E-Business erfunden worden." Er sieht eine stetig steigende Tendenz zur Individualisierung, verbunden mit dem Zurückdrängen kollektiver Einrichtungen wie Betriebsräten. "Tatsächlich gibt es heute mehr Unselbstständige, die aber agieren müssen, als wären sie selbstständig." (Schluss) re

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