Cerwenka: Gehrers Verhaltensvereinbarung ist pädagogischer Rückschritt mit Rohrstabermentalität

Probleme gehören in der Klasse gelöst; Schüler nicht zu bloßen Befehlsempfängern degradieren

St. Pölten, (SPI) - "Hinsichtlich der Erziehungsmethoden, die VP-Bildungsministerin Gehrer mit ihrer ‚Verhaltensvereinbarung‘ in den Schulen umsetzen will, müssen sich bei jedem Pädagogen, aber auch bei den Eltern die Haare sträuben. Hier werden pädagogische Rückschritte eingeleitet, die Schüler zu bloßen Befehlsempfängern ohne Rechte degradiert und damit einer Rohstabmentalität das Wort redet, die in der heutigen Pädagogik wirklich keinen Platz und Berechtigung mehr hat", so der Bildungssprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Helmut Cerwenka.****

Viele Erziehungsexperten, wie der Salzburger Erziehungswissenschafter Volker Krumm, beanstanden die von Bildungsministerin Gehrer vorgeschlagenen Erziehungsmittel und bezeichnen sie als "einseitige Orientierung am Fehlverhalten von Schülern". Was die Konfliktsituationen an unseren Schulen angeht, weist Volker Krumm darauf hin, dass 95 Prozent der Konflikte zwischen Schülern stattfinden. Aus diesem Grund wäre es laut dem Erziehungswissenschafter deutlich besser und effizienter, die Ausbildung von Jugendlichen als Streitschlichter nach deutschem Vorbild zu forcieren, wodurch enorme Entlastungen für Lehrer und Schüler erreicht werden könnten.

"Die Probleme, die in den Klassenzimmern entstehen, sollten auch dort gelöst werden. Die Instrumentalisierung eines ‚obersten Schiedsgerichtes‘ ist weder sinnvoll, noch zielführend. Die Schüler fühlen sich zu Recht übergangen, was Widerstände eher fördert, als dass es zu von allen akzeptierten Lösungen kommt. Was wir benötigen ist eine enge Einbindung der Schüler, die Stärkung der Position der Lehrkräfte als Mediatoren und eine demokratische und transparente Entscheidungsfindung", so der SPNÖ-Bildungspolitiker abschließend. (Schluss) fa

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