Nach ATW-Verkauf geht es um Sicherung der Standorte!

Gewerkschaft im Gespräch mit neuen Eigentümern

Wien (ANG/ÖGB). Durch die rasche Verkaufsentscheidung des ÖIAG-Aufsichtsrates in der vergangenen Nacht sind die Bedenken der Gewerkschaftsvertreter am Verkauf eines der gewinnbringendsten heimischen Unternehmen keineswegs geringer geworden. Manfred Felix, Sekretär der Fachgruppe Tabak in der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuß (ANG), kritisiert in diesem Zusammenhang, die mangelnde Bereitschaft des Finanzministers nach einer österreichischen Lösung zu suchen.++++

Der Verkauf an den britischen Tabakkonzern Gallaher wird von den zuständigen Betriebsräten und der Gewerkschaft ANG aber realistisch gesehen. Nach einer von der Regierung eingeleiteten langen Phase der Unsicherheit haben die Belegschaftsvertreter nunmehr wieder einen Ansprechpartner, was die Zukunft des Unternehmens betrifft. Mit Abzeichnung der "englischen Lösung" haben Zentralbetriebsrat und Gewerkschaftsvertreter parallel zur Aufsichtsratsitzung bereits Kontakt mit den neuen Eigentümern aufgenommen. In Verhandlungen bis spät in die Nacht hinein konnte den Vertretern des Gallaher-Konzerns eine langfristige Sicherung der Standorte und Arbeitsplätze abgerungen werden. Für der immer wieder in Frage gestellten Zigarrenfabrik in Fürstenfeld bedeutet die Gallaher-Übernahme eine zusätzliche Chance. Der Konzern ist in England auf dem Zigarrensektor marktführend.

Die Gewerkschaft ANG hält abschließend fest, dass ihr eine österreichische Kernaktionärsrolle wichtig gewesen wäre, will aber auch mit den neuen Eigentümern eine Gesprächsbasis zur langfristigen und nachhaltigen Unternehmensentwicklung suchen. (lu)

ÖGB, 22. Juni 2001
Nr. 510

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Gew. Agrar-Nahrung-Genuss

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