Ärztekammer strikt gegen aktive Sterbehilfe (1)

Ärzteparlament spricht von vorsätzlicher Tötung, Isolation sterbender Menschen beheben, Tod als wesentlichen Teil des Lebens akzeptieren - umfassende und fürsorgliche Sterbebegleitung gefordert

Wien (OTS) - Das Freitag in Salzburg tagende Ärzteparlament (Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer) befasste sich eingehend mit aktuellen medizinethischen Fragen. In einer vom Ärzteparlament einstimmig beschlossenen Resolution zur aktiven Sterbehilfe, wie sie in Holland jüngst gesetzlich freigegeben wurde, wird die Tötung auf Verlangen strikt abgelehnt. Das Ärzteparlament spricht in diesem Zusammenhang vom vorsätzlichen Töten eines Menschen. Das widerspreche dem zeitlosen ärztlichen Auftrag, Leben zu schützen, Kranke zu heilen, Schmerzen und Leid zu lindern. Sehr wohl sieht das Ärzteparlament es als Aufgabe, Sterbende in ärztliche Fürsorge zu begleiten, keinesfalls jedoch Tötungsbegehren zu vollstrecken.

Die Vollversammlung der ÖÄK weist auch in ihrer Resolution auf gravierende Mängel, etwa durch die soziale Isolation todkranker Menschen, hin. Auch Angehörige seien wiederholt mit der Betreuung überfordert.

Eine Verbesserung und Verbreiterung der Palliativmedizin im Spital oder im unmittelbaren Lebensumfeld der Betroffenen erfordere, so heißt es in der Resolution, "medizinisches, psychisches und soziales Engagement". Das Ärzteparlament weist auch auf eine klare Differenzierung der Begriffe "Schmerzbekämpfung in der letzten Lebensphase", "Verzicht auf lebensverlängernde - technische und medikamentöse - Maßnahmen zur Ermöglichung eines natürlichen Todes" und "aktive Euthanasie als vorsätzliche Tötung eines Patienten durch einen Arzt" hin. (Fortsetzung)

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