Leistungssteigerung im Sport aus der Sicht des Apothekers

5. Sommerakademie für Apotheker tagt zum Thema "Arzneien für Gesunde"

- Kohlenhydrat-Bilanz (ergogene Teilaspekte) - Pörtschach (OTS). "Durch das gestiegene Gesundheits- und Sportbewusstsein der
Bevölkerung werden auch zunehmend die Apotheker mit Fragen nach der richtigen Ernährung für Sportler konfrontiert. Kraft unserer Ausbildung
können wir Apotheker Spezialprodukte der Diätetik beim Sport bereithalten."
Das stellte Apotheker Dr. Mag. pharm. Thomas Riedl in seinem Vortrag "Supplementierung und Leistungssteigerung" bei der 5 . Sommerakademie für
Apotheker am Wörthersee fest. Die Tagung, an der 300 Apothekerinnen aus ganz
Österreich teilnehmen, ist dem Thema "Lifestyle Drugs - Arzneien für Gesunde" gewidmet.

Substitution bedeutet im Allgemeinen das Ergänzen von Fehlendem oder
Verlorengegangenem, Supplementierung im Unterschied dazu ist eine über den
durchschnittlichen Normalbedarf hinausgehende Versorgung, erläutert Dr.
Riedl. Das Problem ist natürlich die Frage nach dem "durchschnittlichen
Normalbedarf", der je nach Standpunkt die Grenze zwischen Substitution und
Supplementierung unscharf werden lässt.

Neben der täglichen Energiebilanz ist bei der Ausübung von Sport die Wahrung
der folgenden Bilanzen wissenschaftlich und klinisch abgesichert:
- Nährstoffbilanz
Flüssigkeits-Bilanz
- Mineralstoff-Bilanz
- Vitamin-Bilanz

Es handelt sich um Stoffgruppen, die unter Belastung verloren
gehen
(Schweiß) oder verbraucht werden (Kohlenhydrate in Form von Glykogen). Bei
den Kohlenhydraten gesellt sich ein ergogener Teilaspekt dazu, da ihre
kontrollierte Zufuhr unter Belastung die körpereigenen Glykogen-Vorräte
schont und so die Leistungsgrenzen weiter hinausschiebt. Der Ersatz von
Kohlenhydraten unter Belastung wirkt auch stabilisierend auf den Stoffwechsel der Aminosäuren. Schließlich ist die immunstabilisierende
Wirkung der Kohlenhydrate ein sehr erwünschter Nebeneffekt. Im Allgemeinen
werden sich die Dosierungen im Rahmen der Substitution bewegen. Der Bedarf
an bestimmten Vitaminen des B-Komplexes ist beim Sportler erhöht; im Vergleich zu Nicht-Sportlern ist deren Supplementierung daher begründet.
Jedem Sportler muss dringend angeraten werden, bei der Ausübung seines
Sports für die ausgeglichene Bilanz der aufgezählten Stoffgruppen Sorge zu
tragen.

Bezüglich ihres leistungssteigernden (= ergogenen) Effektes wissenschaftlich
untersucht und in klinischen Studien vielfach positiv bewertet wurden folgende Wirkstoffgruppen und Einzelsubstanzen zur Supplementierung:
- Eiweiß
- Arginin, Arginin-Aspartat
- Ornithin
- Verzweigtkettige Aminosäuren (Leucin, Isoleucin, Valin)
- Glutamin (Glutaminsäure)
- Beta-hydroxy-beta-methylburyrat (HMB, von Leucin)
- Kreatin
- Koffein (Kaffee, Guarana, "Energy-Drinks")

"Es fehlt jedoch an der allgemeinen Akzeptanz, dass die erzielbare Leistungssteigerung die Anwendung der genannten Substanzen tatsächlich
rechtfertigt und namentlich für den Breitensportler empfohlen werden soll.
Die klinischen Studien werden stets mit Leistungs- und Hochleistungssportlern durchgeführt", berichtet Dr. Riedl.

Folgende Mittel zur Supplementierung sind derzeit wissenschaftlich unzureichend abgedeckt:
- Karnitin
- NADH
- Koenzym Q10
- myo-Inositol
- Cholin
- Taurin
- Glukurono-delta-lakton
- Basenbildende Salzmischungen
- Octacosanol
- gamma-Oryzanol
- alpha-Liponsäure
- Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel, z. B. Gelée Royal, Blütenpollen,
Ginseng, Weizenkeime, Hafer, Antioxidantien (Schutz der Atemwege vor Schädigung durch Ozon bei Outdoor-Belastungen an heißen Sommertagen)

"Die Empfehlung und Anwendung dieser Mittel mag im Einzelfall zum Erfolg
führen, wird aber den Erfahrungen der Athleten und ihrer Trainer überlassen
bleiben", stellt Dr. Riedl klar.

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