Prammer zu Berchtold: Lachen oder weinen?

Wien (SK) Zu dem heute in der Tageszeitung "Der Standard" abgedruckten Interview mit dem Leiter der Männerabteilung im Sozialministerium, Johannes Berchtold, erklärte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer: "Diese kabarettreifen Statements strotzen derartig von Peinlichkeit, dass man nicht weiß:
Soll man lachen, oder weinen?" Zugleich aber würden diese Aussagen in beeindruckender Weise die offensichtliche Geisteshaltung in diesem Ministerium darlegen. Prammer: "Der Leiter der Männerabteilung sagt eben offen, was sich in vielen Entscheidungen des Haupt-Ministeriums wiederspiegelt. Berchtold geht eben nach dem Motto vor: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." ****

"Zur Information des angeblich Forschung betreibenden Berchtold, und um Regierungsgelder einzusparen, die dieser in mühsame Recherche von Basiswissen investieren müsste, sei Folgendes gesagt: 1. Zur Aussage im Zusammenhang mit der Einkommensschere, Statistiken geben nicht immer die Wirklichkeit wieder: Statistiken sind dazu da, Präjudizierungen aufgrund persönlicher Erfahrung einen Riegel vor zu schieben. Wenn man diese - im übrigen allgemein übereinstimmenden Zahlen - anzweifelt, disqualifiziert man sich selbst. 2. Zur Aussage, eine Babypause sei Karriere: Wenn Berchtold der Meinung ist, das Karriereziel Hausmann bei Heim und Herd sei allgemein erstrebenswert, so möge er doch schleunigst eine diesbezügliche Kampagne starten. Die SPÖ-Frauen könnten sich hier unter Umständen eine Unterstützung vorstellen. 3. Zur Aussage, dass Berchtold an seinem Arbeitsplatz erlebt, dass mehr Führungsjobs von Frauen als Männern wahrgenommen werden: In Österreich gibt es derzeit 80 SektionschefInnen. 72 davon sind Männer, 8 Frauen. Und davon ist eine bloß interimistisch bestellt. Gerade eben diese befindet sich neben nur einer weiteren Sektionschefin im Sozialministerium. 4. Zur Aussage, es sei nicht zu rechtfertigen, dass das Schutzalter bei Lesben geringer ist als bei Schwulen: Beim menschenunwürdigen Paragraph 209 geht es nicht darum, Lesben und Schwule gleichermaßen zu diskriminieren, sondern Heterosexualität und Homosexualität als sexuelle Ausrichtung gleich zu stellen." (Schluss) pp/mp/mm

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