OeNB - Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis April 2001

auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis"

Wien (OTS) - Die österreichische Leistungsbilanz zeigt für
den Zeitraum Jänner bis April 2001 ein Defizit in Höhe von
0,67 Mrd. Euro, das damit nur rund halb so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres war.

Die Warenzahlungen ergaben per Saldo ein gegenüber den ersten vier Monaten 2000 leicht erhöhtes Defizit; wie im Vergleichszeitraum 2000 wurde es durch Überschüsse der Dienstleistungsbilanz nahezu ausgeglichen. Die Einkommensbilanz
und die Bilanz der laufenden Transfers schlossen mit
verringerten negativen Salden.

Im einzelnen wurden weiterhin hohe Zuwachsraten bei Exporterlösen und Importzahlungen (jeweils +15 %) beobachtet, wodurch sich das Defizit der Warenzahlungen wegen des höheren Niveaus der Importe um 0,33 Mrd. Euro ausweitete. Saldiert mit
dem Überschuss der Dienstleistungsbilanz ergab sich - fast unverändert gegenüber dem Vergleichszeitraum 2000 - ein
negativer Saldo in Höhe von 0,20 Mrd. Euro. Der Reiseverkehrsüberschuss - als wichtigste Einzelkomponente der Dienstleistungen - war im Vorjahresvergleich leicht höher
(1,73 Mrd. Euro gegenüber 1,67 Mrd. Euro in den ersten vier
Monaten 2000), wobei die Reiseverkehrsausgaben mit +9 % etwas stärker stiegen als die -einnahmen mit +7%.

Gemäß den auf Zahlungsströmen basierenden ersten Auswertungen ist das Defizit der Einkommensbilanz um 0,39 Mrd. auf
0,09 Mrd. Euro gesunken; diese Entwicklung war auf Saldenverbesserungen der Einkommen aus Direktinvestitionen sowie
aus sonstigen Investitionen zurückzuführen.

Das Defizit der Laufenden Transfers war mit 0,37 Mrd. Euro ebenfalls geringer als im Vergleichszeitraum 2000.

In der Kapitalbilanz standen Nettokapitalimporten aus dem Wertpapierbereich - österreichische Wertpapiere wurden in
höherem Ausmaß an das Ausland abgesetzt als ausländische Titel von österreichischen Anlegern erworben - und aus Direktinvestitionen Nettokapitalexporte im Bereich der Sonstigen Investitionen gegenüber.

Im Rahmen der Portfolioinvestitionen zeigte sich weiterhin
ein Trend zu Rentenwerten: österreichische festverzinsliche Wertpapiere wurden im Ausmaß von 11,73 Mrd. Euro (Jänner bis
April 2000: 11,02 Mrd. Euro) an ausländische Anleger abgesetzt.
Auf der anderen Seite umfasste der Erwerb ausländischer
Wertpapiere durch Österreicher festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 8,07 Mrd. Euro (Vergleichszeitraum 2000:
7,26 Mrd. Euro) und ausländische Anteilspapiere in Höhe von
3,09 Mrd. Euro (Vergleichszeitraum 2000: 4,31 Mrd. Euro).

Die Direktinvestitionen Österreichs im Ausland lagen mit
0,60 Mrd. Euro leicht unter dem Wert der ausländischen Direktinvestitionen in Österreich (0,66 Mrd. Euro).

Die Kapitalexporte im Bereich der Sonstigen Investitionen
waren im wesentlichen durch Finanzströme des Bankensystems bestimmt.

Die offiziellen Währungsreserven nahmen in der
Berichtsperiode transaktionsbedingt um 2,58 Mrd. Euro ab.

ZAHLUNGSBILANZDATEN FÜR
April Jänner - April 2000 2001 2000 2001
in Mrd Euro

Leistungsbilanz ............. -0,53 -0,23 -1,23 -0,67 ----------------------------------------------------------------

Vermögensübertragungen ...... -0,04 -0,01 -0,07 -0,05

Direktinvestitionen ...... -0,12 0,09 0,09 0,06 Portfolioinvestitionen ... -1,10 0,55 -0,08 1,11 Sonstige Investitionen ... 0,14 -0,47 -0,84 -3,64 Finanzderivate ........... 0,14 -0,24 0,42 -1,00 Offiz.Währungsreserven 1) 0,02 0,63 0,01 2,58 ---------------------------------------------------------------- Statistische Differenz ...... 1,49 -0,31 1,69 1,61 ----------------------------------------------------------------

1) Zunahme: -; Abnahme:+.
Rundungen können Rechnungsdifferenzen ergeben

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