Rheuma-Experten schlagen Alarm: Risikopotential von Medikamenten zu wenig beachtet

Weltweit grösste Osteoarthrose-Studie bestätigt Überlegenheit

Prag (OTS) - von Celecoxib gegenüber NSAR =

"Jeden Tag werden in Europa rund 400 PatientInnen
wegen durch Rheuma-Medikamente verursachter Magen-Darm-Blutungen notfallmäßig in ein Krankenhaus eingeliefert. Jeder Zehnte stirbt daran." Mit diesen alarmierenden Zahlen machte Professor Dr. Frank McKenna, Manchester/Großbritannien, auf dem Europäischen Rheumakongresss EULAR (European League Against Rheumatism) in Prag auf ein wachsendes Gesundheitsproblem aufmerksam: Die Zahl der Betroffenen steigt weltweit, trotzdem werden moderne und deutlich besser verträgliche Rheuma-Medikamente wie die selektiven COX-2-Hemmer nur zögernd eingesetzt. Ärzte- und Patientenorganisationen betonten daher in Prag das Recht auf innovative und sichere Rheuma-Therapien.

In Österreich sind insgesamt rund 2 Millionen Menschen von einer der vielen Rheuma-Formen betroffen. Die meisten leiden am "Abnutzungs-Rheuma", der sog. Osteoarthrose (in Österreich rund 800.000 Menschen). Etwa 10% aller Rheuma-Patienten leiden unter einer entzündlichen Form, der sog. chronischen Polyarthritis.

Utl.: Magenblutung ohne Vorwarnung

Wirksame Rheuma-Therapien haben leider oft auch unerwünschte Wirkungen. Übergewicht, zu wenig Bewegung und das Lebensalter sind wichtige Risikofaktoren für Arzneimittel-Nebenwirkungen. "Der größte Risikofaktor in der Rheuma-Therapie ist allerdings die Einnahme des Rheuma-Medikaments selbst", so McKenna. Die sog. nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sind die weltweit seit vielen Jahren am häufigsten verschriebenen Rheuma-Medikamente. "Neben der erwünschten Schmerzlinderung schädigen sie aber den oberen Magen-Darm-Trakt und die Nieren."

Diese Nebenwirkungen wurden in der Vergangenheit oft unterschützt.

Dabei gehören durch NSAR verursachte Magengeschwüre und -blutungen zu den häufigsten Todesursachen im Folge einer Arthrose. Zusätzliche Brisanz erhalten diese lebensbedrohenden Nebenwirkungen, weil sie bei mehr als der Hälfte der Betroffenen ohne vorherige Warnsymptome auftreten. In den USA sterben jedes Jahr rund 16.500 Patienten an NSAR-induzierten Magen-Darm-Komplikationen - ebenso viele wie an den Folgen einer HIV-Infektion. "Im Gegensatz zu den AIDS-Zahlen sind die 'NSAR-Opfer' in der Öffentlichkeit aber so gut wie unbekannt", beklagte McKenna.

Erhebliche Folgekosten

Ein Problem, das die knappen Kassen der nationalen Gesundheitssysteme immer stärker belastet, sind die durch NSAR verursachten Folgekosten für Notfall-Behandlungen und zusätzliche Medikamente, die die unerwünschten Nebenwirkungen der NSAR verhindern sollen (sog. Magenschutz-Medikamente). Sie verteuern nach Angaben des Wiesbadener Rheumatologen Dr. Wolgang Bolten die Behandlung der Osteoarthrose erheblich.

Mit dem Wirkstoff Celecoxib als weltweit erstem Vertreter der neuen Wirkstoffgruppe der Coxibe (selektive COX-2-Hemmer) ist jetzt auch in Österreich eine Behandlungs-Alternative verfügbar, die bei gleich guter Wirkung wie jener herksmmlicher NSAR deutlich verträglicher und sicherer ist. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als neue Klasse von Rheuma-Medikamenten anerkannten Coxibe blockieren im Gegensatz zu den NSAR nur das für die Gelenkschmerzen- und -entzündungen verantwortliche Enzym Cyclooxygenase-2 (COX-2), während das "Magenschutz-Enzym" COX-1 unbeeinflusst bleibt. (Die konventionellen NSAR machen keinen Unterschied zwischen den beiden COX-Enzymen und blockieren beide - das schSdliche COX-2 genauso wie das "gute" COX-1.)

Anders als in den USA profitiert in Europa jedoch bislang nur etwa jeder zehnte Rheuma-Patient von diesem Fortschritt. In Österreich liegt dieser Anteil sogar noch unter 5%. Das müsste nicht so sein:

Seit 1. April dieses Jahres ist der 1x täglich in einer Dosis von 200mg einzunehmende COX-2-Hemmer mit dem Wirkstoff Celecoxib für PatientInnen mit chronischer Polyarthritis sowie für Osteoarthrose-PatientInnen unter bestimmten Voraussetzungen kassenfrei erhältlich.

SUCCESS-Studie: Rheuma-Therapie muss nicht auf den Magen schlagen!

Auf dem Europäischen Rheumakongress EULAR wurde letzte Woche die mit 13.274 PatientInnen weltweit größte Studie an Personen mit degenerativem "Abnutzungs-Rheuma" (Osteoarthrose) vorgestellt: die SUCCESS-Studie (Successive Celecoxib Efficacy and Safety Study). Sie dokumentiert eindrucksvoll, dass mit innovativen Arzneimitteln deutlich sicherere und verträglicherere Therapien möglich sind: Der hochselektive COX-2-Hemmer Celecoxib führte ebenso gut zum Abklingen des Gelenkschmerzes wie die beiden weltweit meistverschriebenen NSAR-Standardmedikamente. Gleichzeitig gab es jedoch signifikant weniger unerwünschte Magen-Darm-Probleme wie Dyspepsie, Oberbauchschmerzen und Verstopfungen bis hin zu Magengeschwüren, -blutungen und Magendurchbüchen.

"Während der 12-wöchigen Behandlung wurde unter Celecoxib die Häufigkeit von Magengeschwüren um 87,5% gegenüber den Vergleichsmedikamenten gesenkt", betonte Professor Dr. Johannes Bijlsma, Universitätsklinik Rotterdam. "Wir kennen diese Probleme schon lange. Nun können wir sie endlich auch vermeiden", so der US-Gastroenterologe Professor Dr. Jay Goldstein, Chicago.

Sehr viele ältere Rheuma-Patienten leiden auch unter Bluthochdruck. Für sie ist wichtig, dass sich die Blutdruck-senkende und die antirheumatische Behandlung nicht gegenseitig negativ beeinflussen.

Laut Studienleiter Professor Dr. Andrew Whelton, Hunt Valley/USA, verhält sich der selektive COX-2-Hemmer Celecoxib in dieser Hinsicht ebenso unauffällig wie die Vergleichs-NSAR. Ein zweiter jetzt verfügbarer selektiver COX-2-Hemmer mit dem Wirkstoff Rofecoxib zeigte dagegen im direkten Vergleich signifikant mehr Fälle von Knöchelödemen und systolischen Blutdruck-Steigerungen.

Rückfrage-Hinweis:

Oliver Stohlmann,
Pharmacia Austria, Tel 0664/3355485, oliver.stohlmann@pharmacia.com

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