Pjeta zieht differenziert Bilanz zur Gesundheitspolitik

Ärztekammerpräsident attestiert Gesundheitsministerium gute Absichten - Warnung vor "Kostendominanz" in der Gesundheitspolitik

Wien (OTS) - Eine kritische Bilanz zur aktuellen
Gesundheitspolitik zog der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, Freitag anlässlich der Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer in der Salzburger Residenz. Er attestierte dem Gesundheitsministerium gute Absichten zur grundsätzlichen Reform des österreichischen Gesundheitswesens. Darüber hinaus betonte er die Diskussionsfähigkeit der Gesundheitspolitik, womit schwerwiegende Entscheidungen zum Nachteil der Patientinnen und Patienten verhindert werden konnten. Gleichzeitig warnte Pjeta jedoch vor Kostenzentriertheit als tragendem Element der künftigen Gesundheitspolitik.

Pjeta hob vor dem Ärzteparlament, das die 35.000 österreichischen Ärztinnen und Ärzte repräsentiert, hervor, dass mit der anstehenden Entscheidung über Gruppenpraxen "der Gordische Knoten zur strukturellen und organisatorischen Erneuerung im österreichischen Gesundheitssystem zerschlagen worden sei". Nur wenn es Ärzten ermöglicht werde, in ihren Ordinationen zusammenzuarbeiten, könne der Trend zur verstärkten medizinischen Betreuung in den Stationen und Ambulanzen der Spitäler gebremst werden. Pjeta: "Hier ist es dieser Regierung zweifellos gelungen, die Unfähigkeit ihrer Vorgänger, Gruppenpraxen umzusetzen, abzulegen und nun die erforderlichen Schritte einzuleiten." Bekanntlich sind ärztliche Kooperationsformen bei der wohnortnahen medizinischen Betreuung seit vielen Jahren ein Dauerbrenner in der Diskussion um das Gesundheitswesen - allerdings bisher ohne Konsequenzen, denn Sozialversicherte haben bis heute nicht die Gelegenheit, die Vorteile von Gruppenpraxen auf Kassenkosten zu nutzen. Jetzt liege es an den Krankenkassen, durch den raschen Abschluss von Kassenverträgen für Gruppenpraxen, die möglichen Vorteile für die österreichische Bevölkerung zu sichern, so Pjeta.

Mit der Einrichtung von Gemeinschaftsordinationen, in welchen Ärzte der gleichen oder verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten, erwartet man wesentliche Verbesserungen: Etwa die umfassende Betreuung von Patienten nach dem Motto "alles unter einem Dach", oder die wesentliche Ausweitung der Ordinationszeiten nach dem Motto "möglichst rund um die Uhr". Nur mit Hilfe der flächendeckenden Einrichtung von Gruppenpraxen wird es nach Ansicht Pjetas auch möglich sein, Kranke verstärkt zu Hause zu betreuen, und damit auch tendenziell die Einweisungen ins Spital zu verringern. (Fortsetzung)

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