GS Domany: Privatfernsehen eröffnet der österreichischen Medienwirtschaft neue Perspektiven

Forderung nach Abschaffung der innovationshemmenden Werbesteuer - Impulse für die Film- und Werbewirtschaft bis zu 1,6 Mrd. ATS möglich

Wien (PWK462) - Die mit dem Medienpaket II geplanten Schritte zur Neuordnung des Fernsehens in Österreich und die damit verbundene Marktöffnung wird von der Wirtschaftskammer Österreich begrüßt, da die Veranstaltung von Privatfernsehen nicht länger auf Kabel- und Satellitenverbreitung beschränkt sein wird, sondern auch bundesweit terrestrisch erfolgen kann, lobte Generalsekretär Mag. Christian Domany heute das zur Beschlussfassung vor der Sommerpause anstehende Privatfernsehgesetz. "Mit der Zulassung von österreichweitem terrestrischen Fernsehen wird einerseits die Chancengleichheit des Medienmarktes Österreich in einem liberalisierten europäischen Rundfunkmarkt hergestellt und andererseits den Beschwerden des EUGH der Menschenrechte über fehlende Meinungsfreiheit nach Art. 10 EMRK die Basis genommen. Somit können auf einen Schlag wirtschafts- und demokratiepolitische Bedenken ausgeräumt werden. Diese Weichenstellung darf jedoch nicht zu Lasten eines erfolgreich wirtschaftenden öffentlich-rechtlichen ORF gehen, der soeben eine Erfolgsbilanz 2000 vorlegen konnte."

Am österreichischen Privatradiomarkt hat es sich seit 1998 gezeigt, dass die Zulassung privater Sender nicht zu Lasten des Marktführers gehen muss: die öffenlich-rechtlichen Sender konnten mit 80% Marktanteil im Jahr 2000 deutlich mehr Einnahmen als in den Jahren davor verzeichnen, während die Privatsender auf beachtliche 20% Marktanteil kamen. Der ORF hat also seine Führungsrolle als elektronische Visitenkarte behauptet, gleichzeitig wurde Platz für heimische Privatanbieter geschaffen. Dieses vielversprechende Modell sollte auf den Fernsehmarkt übertragbar sein.

Von einem zusätzlichen Absatzkanal im Fernsehbereich wird aber auch die Film- und Werbewirtschaft profitieren. Ein Vergleich mit Deutschland zeigt, dass alle deutschen Privatsender im Jahr 2000 umgerechnet 21 Mrd. ATS für ihre Programmgestaltung ausgaben, davon 4,9 Mrd. ATS für den Einkauf vornehmlich amerikanischer Filme und Serien und 16,1 Mrd. ATS für in Deutschland produzierte eigene Programmschöpfungen. Bei einem deutsch-österreichischen Größenverhältnis von 10:1 könnte das bis zu 1,6 Mrd. ATS an zusätzlichen Mitteln für die heimische Filmwirtschaft freisetzen, die wiederum zur Gänze durch Buchungen bei der Werbewirtschaft finanziert werden. Ein möglichst hohes Ausmaß an inländischer Wertschöpfung bei den Programmen, damit das kreative Potential der österreichischen Filmwirtschaft ausgenutzt wird, steht für die Wirtschaftskammer dabei im Vordergrund ihrer Überlegungen. Dazu muss es allen Fernsehveranstaltern - und damit natürlich auch dem ORF - ermöglicht werden, solche Aufträge auch finanziell ausreichend zu bedecken.

Eine wichtige Forderung der Wirtschaftskammer Österreich ist in diesem Zusammenhang die Beseitigung der bundeseinheitlichen Abgabe auf Werbeleistungen. "Die seinerzeitige Absenkung der früheren Anzeigen- bzw. Ankündigungsabgabe von 10 % auf nunmehr 5 % stellte zwar einen Fortschritt im Sinne einer Entlastung der Wirtschaft dar, dennoch führt diese wettbewerbsverzerrende Sonderabgabe zu einer Schwächung des Wirtschaftstandortes Österreich. Bei einer Abschaffung würde ein höheres Werbevolumen zur Verfügung stehen, das den Printmedien, dem ORF und auch den künftigen privaten Fernsehveranstaltern zugute kommen würde", betont WKÖ-Generalsekretär Domany abschließend. (RH)

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