Austria Tabak-Verkauf durch ÖIAG perfekt

Die ÖIAG gibt ihren Anteil von 41,13 Prozent zur Gänze an Gallaher ab - der Kaufvertrag wurde gestern unterzeichnet - Gallaher zahlt 85 Euro pro Aktie

Wien (OTS) - Die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) und die Austria Tabak AG haben das Verfahren zum Verkauf des ÖIAG-Anteils an der Austria Tabak erfolgreich abgeschlossen.

In einer außerordentlichen Sitzung hat der ÖIAG-Aufsichtsrat gestern, 21. Juni, den Zuschlag an den britischen Tabakkonzern Gallaher genehmigt - der Kaufvertrag wurde noch spätabends durch ÖIAG-Vorstandsdirektor Johannes Ditz sowie Gallaher-Vorstand Chris Fielden unterzeichnet.

Gallaher zahlt für die 41,13 Prozent der Austria Tabak-Aktien, die die ÖIAG noch hält, einen Kaufpreis von 85 Euro pro Aktie, das einem Gesamterlös von 10,6 Milliarden S entspricht. Mit dieser Transaktion hat die ÖIAG einen weiteren Schritt in der Erfüllung ihres Privatisierungsauftrages getätigt.

In einem internationalen Auswahlverfahren bekam Gallaher unter zahlreichen Interessenten den Zuschlag. Die Verkaufsabwicklung wurde von der Investmentbank CSFB gemäß EU-Privatisierungsvorgaben strukturiert und durchgeführt. Die ÖIAG hatte dabei gemäß dem ihr erteilten Privatisierungsauftrag auch die österreichischen Interessen sowie die Interessen der Austria Tabak zu wahren.

Das Management der Austria Tabak zeigt sich mit der Entscheidung der ÖIAG zufrieden. Gallaher sei ein international anerkannter Tabakkonzern, der mit den Interessen der Austria Tabak gut übereinstimme - so die Austria Tabak-Vorstandsdirektoren Heinz Schiendl und Jörg Schram. "Aus heutiger Sicht sehen wir mit dem neuen Partner Gallaher den Erhalt der Arbeitsplätze in Österreich weitgehend gesichert und erwarten die Fortführung der erfolgreichen Austria Tabak-Strategie im Verbund mit Gallaher", erklärten Schiendl und Schram weiter.

Gallaher zählt zu den größten europäischen Zigarettenherstellern, mit führenden Marktpositionen in Großbritannien, Russland und der Republik Irland, wo die Gruppe auch Produktionsstätten unterhält. Zu Gallaher’s Sortiment zählen Marken wie Benson and Hedges und Silk Cut. Die Gruppe hat im Jahr 2000 einen Umsatz (vor indirekten Steuern) von rund 100 Milliarden S erzielt und beschäftigt rund 4.500 Mitarbeiter. Die Aktien des Unternehmens sind in London und New York notiert.

Gallaher verbreitert durch den Einstieg bei der Austria Tabak seine internationale Basis und steigt zum viertgrößten Zigarettenhersteller in Westeuropa nach Philip Morris, BAT und Altadis auf. Das gemeinsame Pro-forma-Produktionsvolumen hätte im Jahr 2000 in Westeuropa rund 71 Milliarden Zigaretten, weltweit rund 120 Milliarden Stück betragen. Beide Unternehmen ergänzen sich nach Ansicht des Austria Tabak-Vorstands nicht nur in ihren regionalen Marktpositionen ideal, sondern auch hinsichtlich der produzierten Marken: während die Austria Tabak überwiegend Zigaretten mit "american blend" herstellt, produziert Gallaher vorrangig Marken mit "virginia blend". Zudem ist Gallaher bislang nicht im Großhandelsgeschäft aktiv und erweitert damit seine Geschäftsbasis um ein neues attraktives Feld.

Zum Vollzug der Transaktion bedarf es noch der Zustimmung der Kartellbehörden und der Aktionäre von Gallaher, die in einer kurzfristig einzuberufenden außerordentlichen Hauptversammlung erfolgen soll.

Mit Vollzug des Erwerbs hat Gallaher den anderen Aktionären ein Pflichtangebot zu unterbreiten und beabsichtigt, dies zu demselben Preis zu machen, der auch der ÖIAG gezahlt wird. Das Angebot wird im Herbst dieses Jahres erwartet.

Der Austria Tabak-Vorstand hat folgende offizielle Erklärung zu der Transaktion abgegeben: "Der Vorstand der Austria Tabak begrüßt die bevorstehende Akquisition des 41,13% Anteils der ÖIAG an der Austria Tabak. Nach unserem Verständnis beabsichtigt Gallaher, nach Erfüllung der aufschiebenden Bedingungen und nach Vollzug der Akquisition den anderen Austria Tabak-Aktionären ein Barangebot zu unterbreiten, um ihre Aktien zu demselben Preis zu erwerben, der an die ÖIAG gezahlt wurde (85 Euro pro Aktie); dies kann dazu führen, daß Gallaher alle Aktien von Austria Tabak erwerben wird. Während der Vorstand von Austria Tabak aufgrund des österreichischen Übernahmegesetzes zu Gallaher’s Angebot erst dann Stellung nehmen wird, wenn es vorliegt, ist der Austria Tabak-Vorstand aus heutiger Sicht der Meinung, daß der Preis den Unternehmenswert von Austria Tabak angemessen reflektiert; der Vorstand sieht der Zusammenarbeit mit Gallaher hinsichtlich der Entwicklung einer gemeinsamen Strategie von Austria Tabak und Gallaher positiv entgegen."

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