Faymann: Besonderer Schutz für Anrainer bei Großbauvorhaben

Wien, (OTS) "Großbauvorhaben wie Kinocenter oder Unterhaltungseinrichtungen und Einkaufszentren stellen eine besondere Belastung für die angrenzenden Bewohner durch zusätzliches Verkehrsaufkommen, Lärmeinfluss und die Parkplatzsituation dar. Andererseits ist es für die Stadt Wien natürlich wichtig, attraktive Einrichtungen sowie die Kaufkraft in Wien zu stärken. Mit der heute beschlossenen Novelle der Bauordnung für Großbauvorhaben soll einerseits der Schutz der Anrainer deutlich verbessert, andererseits klare Regeln für Investoren und Projektentwickler geschaffen werden", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann. Zukünftig muss bereits vor einer möglichen Flächenwidmung überprüft werden, ob das Gebiet oder der Bezirksteil die ausreichende Infrastruktur für ein Großbauvorhaben hat, also die Voraussetzungen für zusätzlichen Verkehr, öffentliche Verkehrsanbindung, Parkplatzsituation etc. ausreichend vorhanden sind. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, kann keine Widmung erfolgen****

Großbauvorhaben sind Projekte wie zum Beispiel Theater, Museen, Kongress- und Kinocenter, Ausstellungs- und Messezentren, Versammlungsräume und Sportanlagen mit einer Frequenz von mehr als 1.500 Besuchern pro Tag. Sie weisen eine erhebliche Publikumsfrequenz auf und bedeuten für die betreffenden Stadtgebiete und deren Bewohner eine zusätzliche Verkehrsbelastung.

Daher hat der Wohnbauausschuss am Donnerstag eine sogenannte "Großbauvorhaben-Novelle" beschlossen, in dem einerseits spezielle Zonen für Großbauvorhaben bzw. Einkaufszentren festgelegt werden. Andererseits werden die Regelungen über Einkaufszentren nunmehr in einer eigenen Bestimmung der Bauordnung für Wien übersichtlich zusammengefasst.

Bevor eine Zone für Großbauvorhaben festgesetzt wird, wird geprüft, welche Auswirkungen auf die Stadtstruktur - insbesondere die Verkehrsverhältnisse - ein derartiges Großbauvorhaben nach sich ziehen würde. Das gilt auch dem Schutz der Bevölkerung vor Lärm-, Schmutz- und Geruchsbelästigung. Grundsätzlich ist eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz notwendig.

Als Einkaufszentren gelten Geschäftsgebäude, die mindestens 2.500 m² groß sind. Auch sie dürfen - wie bisher - nur in speziellen Zonen errichtet werden. Hier wird durch die Novelle ein "Schlupfloch" gestopft: Bisher war es theoretisch möglich, die Grenze von 2.500m² , ab der ein Projekt als Einkaufszentrum gilt, dadurch zu umgehen, dass man zwei eigenständige Projekte errichtet, die durch Verbindungswege miteinander verbunden werden. Das geht nun nicht mehr. Es gilt das Prinzip der "funktionalen Einheit". Das heißt, dass auch ein zwei-oder mehrfach geteiltes Einkaufszentrum künftig als solches gewertet wird . (Schluss) gmp

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