Treffpunkt Wien des TCÖ im Museumsquartier

Politik und Experten zur Positionierung Wiens im Tourismus

Wien (OTS) - Eine hochkarätige Runde fand sich am 19.06.2001 im Museumsquartier zu einem Symposium unter dem Motto "Treffpunkt Wien -Kultur-, Event-, und Städtereisen" ein: VizeBgm. Grete Laska, die Stadträte Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Dr. Sepp Rieder, Dipl.Ing. Rudolf Schicker, Mag. Martin Brezovich (Stadt Wien Marketing Service), LAbg. Harry Kopietz, Mag. Karl Seitlinger (Wiener Tourismusverband), Wolfgang Wais (Wiener Festwochen), Prof. Mag. Peter Zellmann (Ludwig Boltzmann Institut für angewandte Sportpsychologie und Freizeitpädagogik) waren einer Einladung von Dir. Bernd Th. Schmid, Präsident des Tourismus CERCLE Österreich, gefolgt, Mag. Michael Höferer moderierte die Veranstaltung vor einem Fachpublikum. Der neustrukturierte TCÖ, Tourismus CERCLE Österreich, ist ein Diskussionsforum für ExpertInnen, PolitikerInnen und ManagerInnen aus dem Bereich Freizeit- und Tourismuswirtschaft.

Der Präsident des TCÖ, Bernd Th. Schmid, beschrieb die Intention des Tourismus CERCLE Österreich: neben den regelmäßigen Jours Fixes wolle man verstärkt mit publikumswirksamen Veranstaltungen das Interesse der Öffentlichkeit für Themenbereiche aus dem Dienstleistungssektor sensibilisieren, der Grundlage für Tourismus und Freizeitwirtschaft in Wien sei. Ziel der gegenständlichen Veranstaltung sei es, am Beispiel Wiens die erfolgreiche Verknüpfung von Freizeit und Tourismus als Grundlage für eine positive Stadt-Entwicklung zu präsentieren. Wien habe nicht nur in Österreich sondern auch international betrachtet eine Vorreiterrolle eingenommen. Die Position Wiens solle nicht nur gehalten, sondern ausgebaut werden.

Mag. Höferer machte in seiner Einleitung als Moderator deutlich, dass Erfolg nicht selbstverständlich sei, und dass Wien seit den Neunzigerjahren der Motor der Erfolgsstory des österreichischen Fremdenverkehrs gewesen sei. Das hier Erreichte habe international für Aufsehen gesorgt - dies sei eine Verpflichtung für die Zukunft.

Mag. Brezovich verwies auf die Aktivitäten, die das Stadt Wien Marketing Service mit bemerkenswerten Ergebnissen durchführe: der Silvesterpfad mit bis zu 700.000, der Eistraum mit 300.000 Teilnehmern und das Filmfestival am Rathausplatz, das in wenigen Tagen wieder beginne, seien Highlights des Stadterlebnisses Wien, die Besucher aus dem In- und Ausland faszinierten. Mit bis zu 1400 Veranstaltungen pro Woche sei Wien an sich eine der aktivsten Städte Europas, deshalb sei es eine besondere Herausforderung, solche Großprojekte hier zu etablieren.

LAbg. Harry Kopietz erinnerte daran, dass noch vor zwanzig Jahren die Wiener Innenstadt gegen 21.00 Uhr einen verschlafenen Eindruck machte, was sich in der Ära Zilk und danach grundlegend geändert habe. Es sei der Bruch der damaligen Rathauskoaltion gewesen, der das erste Donauinselfest 1984 möglich gemacht habe, das mit 300.000 Besuchern alle Erwartungen übertroffen habe, während zu dem des Jahres 2000 über 2,5 Mio. gekommen wären und sich für heuer Charterflüge aus Japan angemeldet hätten.

Mag. Seitlinger verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass 2001 die 8-Millionen-Nächtigungen-Grenze durchbrochen würde (2000: 7,7 Mio); Wien solle sich weder bloß rückwärts gerichtet "alt", noch ausschließlich hypermordern "neu" präsentieren, sondern in einem Mischszenarium zwischen alt/neu, aufregend und gemütlich. Die Dachmarke Wien solle über fünf Submarken (USPs) im Spannungsfeld zwischen Alt/Neu präsentiert werden: 1= Musik und Kunst, 2= Kaiserstadt, 3 = Grünes und Sportliches Wien, 4= Stadt der Genießer, 5 = Kongressstadt. Diese Submarken sollten durch Anlassmarken wie Jahresthemen, Szene-Tipps aus Kultur und Kunst, Sport, Gastronomie, Shopping und Großevents ständig belebt werden.

Wolfgang Wais berichtete, dass die Wiener Festwochen über 200.000 Besucher, und unter anderem mehr als 600 akkreditierte Journalisten aufwiesen; der Werbewert entspräche 20 Mio. Euro, für jeden Schilling Subvention flößen 2,5 Schilling in die Wiener Wirtschaft. Ausschlaggebend dafür seien die Qualität des Gebotenen, aber auch die von Dienstleistungen und Service. Auf den Rahmen der Veranstaltung Bezug nehmend erinnerte Wais daran, dass es die Wiener Festwochen gewesen wären, die die Kunst in den ehemaligen Messepalast gebracht hätten.

Prof. Zellmann betonte in seinem Referat, dass Kurzreisen der bedeutendste Wachstumsmarkt im Tourismus seien, wie auch in Österreich die durchschnittliche Verweildauer der Gäste in den letzten Jahren von 13 1/2 auf 12 1/2 Tage zurückgegangen sei. Events würden mehr und mehr zum eigentlichen Reise-Anlass, wobei Touristen sich als "Einheimische auf Zeit" fühlen wollten.

Die Runde der politisch Verantwortlichen leitete TCÖ-Präsident Bernd Th. Schmid mit einem Hinweis darauf ein, dass die Dienstleistungen, die mit dazu beigetragen hätten, den Erfolg Wiens zu bewirken, auch gefördert und in ihrem Image unterstützt wrden müssten. Das sehe der TCÖ als eine seiner Hauptaufgaben an.

Stadtrat Dr. Mailath-Pokorny betonte, dass es nicht selbstverständlich sei, dass Kunst stattfinde; zumindest in Wien gebe es den Konsens, dass Kunst und Kultur öffentlich gefördert werden. Ohne Kunst- und Kulturproduktion sei ein urbanes Konglomerat nicht möglich. Heute prägten Kulturbauten die Städte wie die Geschlechtertürme jene des Mittelalters. Während andere urbane Zentren zum Erreichen einer kulturellen Infrastruktur Investitionen in Milliarden-Höhe vollziehen müssten, habe Wien bereits viele USPs auf dem Kultursektor, die nicht mehr geschaffen, sondern weiterentwickelt werden müssten. Als eines seiner Anliegen bezeichnete Mailath-Pokorny es, das Theater in der Josefstadt internationaler zu positionieren.

Stadtrat DI Schicker hob hervor, dass Wien die Möglichkeit biete, Freizeit und Kultur für jeden Anspruch und zu erschwinglichen Preisen zu konsumieren. Freizeit und Tourismus könnten nicht getrennt betrachtet werden. Konkret ging Schicker darauf ein, dass für den Leseturm der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan vorliege; er könne, müsse aber nicht gebaut werden. Als ehrgeiziges Projekt der nächsten Jahre sah er die Umgestaltung des alten Wurstelpraters und des Messegeländes in ein Freizeitareal mit Kongress- und neuem Messegelände unter Einbeziehung des Stuwerviertels an. Weiters hob er hervor, dass bei den Plänen für Schloss und Park Schönbrunn die öffentliche Verkehrsanbindung und die Parkraumbewirtschaftung noch näher anzudenken wären. Die Steigerung der Attraktivität des Donaukanals und die Nutzung von Stadtbrachen für befristete Zeiten erwähnte Schicker abschließend.

Für Vizebürgermeister und Finanzstadtrat Dr. Sepp Rieder stand im Hinblick auf den sich erweiternden EU-Raum die Ausformung Wiens als Kompentenzzentrum und damit auch als Kongressstadt im Vordergrund. "Wir haben die Chance, für international agierende Konzerne ein Basislager für die Aktivitäten in den Beitrittsstaaten zu werden. Gerade die oft gepriesene Lebensqualität in Wien erweist sich dabei als enormer Vorteil." Damit in Verbindung müsse man auch die Entwicklung als Kongressmetropole sehen, so Rieder. "Wir sind jetzt schon eine der führenden Kongressstädte Europas und wollen diese Position weiter ausbauen." "Und wenn man durch geschickte Positionierung eine positive Kombination von Kultur- und Wirtschaftsstandort schafft, können sich diese beiden Faktoren multiplizieren", zeigte sich Rieder für die Zukunft Wiens als Tourismusmetropole optimistisch.

Vizebürgermeisterin Grete Laska ging auf die Rolle der "Wohlfühlstadt Wien" ein - weltweit nehme sie im internationalen Vergleich im Bereich der sogenannten "weichen Stadtfaktoren" wie Wohnen, Freizeit etc. nach Vancouver und Zürich den dritten Platz ein. Sei im vergangenen Jahr alles unter dem Motto "Wien 2000 -Zukunft findet Stadt" gestanden, so würden im kommenden Jahr drei Schwerpunkte in den Vordergrund gerückt.

Wien als Kulturstadt im neuen Jahrtausend
Wien als Wirtschaftsstandort (neuen Technologien) und
Wien als Wohlfühlstadt mit besonderer Bedeutung der Faktoren Wellness, Bewegung, Sport und Fitness. Im Rahmen des Themenjahres 2001 - "Wohlfühlstadt Wien" führe die Stadt ein Projekt mit dem Titel "Bewegung findet Stadt" durch. Ziel sei es, sowohl den Wienerinnnen und Wienern aber auch den BesucherInnen, die als Urlauber bzw. aus beruflichen Gründen einige Tage in Wien verlebten, das vielfältige sportliche Angebot, das diese Stadt biete, transparenter zu machen und sie damit

  • generell zum Sport zu führen
  • das Interesse für neue Sportarten zu wecken
  • Wien bis über die Grenzen hinaus als Wellnessstadt zu präsentieren
  • gesundheitsprophylaktische Auswirkungen, die sportliche Betätigung mit sich bringt, verstärkt in den Vordergrund zu stellen und

* den großen Bewegungsraum (innerstädtische Grünanlagen und Grüngürtel) den Wien bietet, noch mehr hervor zu heben.

"Wir wollen die Zahl jener Menschen, die Sport betreiben, bis zum Jahresende verdoppeln.", führte die Vizebürgermeisterin in diesem Zusammenhang aus.

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