Enquete "Kinder kriegen in Wien" stellt Wien gutes Zeugnis aus

Phänomen der postnatalen Depression wird demnächst wissenschaftlich besser geklärt

Wien, (OTS) Obzwar Wiens geburtshilfliche Einrichtungen im europäischen Spitzenfeld liegen, betonte Gesundheitsstadträtin Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker am Montag die Notwendigkeit, das bestehende Angebot speziell im Bereich der anonymen Schwangerschaftsberatung, der Betreuung an postnataler Depression leidender Mütter wie auch in der Betreuung von Migrantinnen weiter auszubauen. In Richtung Teenager-Schwangerschaften betonte sie die Relevanz mit den Schulen weiterhin intensiv zusammenzuarbeiten. Es gehe schließlich darum, so Pittermann, "die eigene Sexualität mit Vernunft zu leben". Pro Jahr kommen in Wien rund 15.000 Kinder zur Welt.

Wiens Frauengesundheitsbeauftragte Dr. Beate Wimmer-Puchinger erinnerte daran, dass Schwangerschaft und Geburt neben allen medizinischen Aspekten, vor allem ein emotionales und soziales Ereignis sei. Als wissenschaftlich erst seit kurzem anerkannte Problemgruppe nannte sie junge Mütter, die an einer postnatalen Depression leiden. In Summe sind hiervon rund 20 Prozent aller jungen Mütter betroffen. Um geeignete Strategien zur Unterstützung und Hilfe anbieten zu können, beginnt mit Juli ein für zweieinhalb Jahre anberaumtes Forschungsprojekt in folgenden drei Wiener Spitälern:
Semmelweisklinik, Kaiser-Franz-Josef-Spital und Donauspital.****

Auf die guten Erfahrungen bei der Betreuung von Frauen mit "normalen" Schwangerschaftsverläufen bzw. Geburten im Rahmen der neun Wiener Eltern-Kind-Zentren verwies Mag. Renate Balic-Benzing, Leiterin des Amtes für Jugend und Familie. Insbesondere betonte sie die dort vermittelte alltagsorientierte Hilfe, welche von Kochtipps bis zum richtigen Wickeln des Säuglings reicht.

Vor einer Verniedlichung des Alkoholproblems warnte Univ. Prof. Dr. Arnold Pollak. Er regte dazu an, selbst kleinste Mengen von Alkohol während der Schwangerschaft zu unterlassen. "In dieser Phase gibt es keine vertretbare Menge an Wein und sonstigen Dingen", betonte er.

So sehr im Bereich der Geburt keine wesentlichen medizinischen Verbesserungen mehr zu erwarten seien, so sehr böte die Phase der Schwangerschaft viele Möglichkeiten für Verbesserungen, betonte Univ.Prof. Dr. Peter Husslein in seiner Wortmeldung. Als mögliche Strategie schlug er vor, dezitierte Risikoschwangerschaften verstärkt in den bestehenden pränatalen Zentren zu betreuen und andererseits ein verstärktes Augenmerk auf die Vorbereitungsphase für die Schwangerschaft zu legen.

Univ. Prof. Dr. Karl Philipp erinnerte daran, dass die postnatale Depression mitunter Monate andauern könne. Rund 15 Prozent aller Mütter seien hiervon betroffen. Nicht zuletzt aus diesem Grund betonte er, dass die medizinische Forschung gerade im Schwangerschafts- und Geburtenbereich verfeinertere Qualitätsmessinstrumente bedürfe.

Einen interessanten Einblick in die französische Geburtensituation gab Dr. Catherine Bonnet, die sich seit Jahren insbesonders mit der anonymen Geburt beschäftigt. In Frankreich, dass seit der französischen Revolution das Recht auf die anonyme Geburt kennt, kommen pro Jahr 700 bis 1000 Anonym-Geburten vor. (Schluss) hch/vo

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