profil: WAZ steigt bei Lion aus

Per Anwaltsbrief drohte WAZ mit Haftungsklagen für Lion-Manager - Lion-Finanzvorstand tritt ab - WAZ schreibt 230 Millionen Schilling ab

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheindenden Ausgabe berichtet, steigt die Verlagsgruppe WAZ ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") aus der Libro-Tochter Lion.cc wieder aus. WAZ-Manager Bernd Nacke bestätigte den bevorstehenden Ausstieg indirekt: "Das ist eine von mehreren Möglichkeiten", so Nacke zu "profil".

Der Auftakt zum Ausstieg sei laut "profil" ein Schreiben gewesen, das die WAZ-Anwälte am 6. Juni an alle Vorstände und Aufsichtsräte von Lion.cc und ihrer Muttergesellschaft Libro schickten, heißt es in den Bericht.

In dem Anwaltsbrief wird dem Lion-Managment vorgeworfen, die 230 Millionen Schilling, die die WAZ insgesamt für den 35prozentigen Anteil an Lion.cc bezahlt hat, in die Muttergesellschaft verschoben zu haben. Und auch die 124 Millionen Schilling, die Lion im Frühjahr für den Verkauf der Online-Kunden an die Telekom Austria erzielte, sollen direkt an Libro weitergeleitet worden sein.

Außerdem, so der dritte Vorwurf, hafte Lion für Darlehensverbindlichkeiten von Libro bei der PSK in Höhe von 215 Millionen Schilling mit. In dem Schreiben behauptet die WAZ, von diesen Finanztranskationen nicht informiert gewesen zu sein.

Aufgrund dieser Sachlage drohte die WAZ im Anwalts-Brief dem Lion-Management mit einer Haftungsklage. Die ist nun aber wieder vom Tisch. Denn am Donnerstag vergangener Woche war außerplanmäßig eine Lion-Aufsichtsratsitzung einberufen worden. Ergebnis: Die WAZ verabschiedet sich nach einen halben Jahr aus ihrem Lion-Abenteuer und zieht den von ihr eingesetzten Vorstand Reinhard Werbeck wieder ab. Außerdem räumt Lion-Finanzchef Johann Zwiletitsch seinen Sessel.

Durch ihren Ausstieg erspart sich die WAZ die weitere Finanzierung des kostenintensiven E-Commerce-Portals lion. Zu den 230 Millionen Schilling, die bereits geflossen sind und die die WAZ nun abschreiben muss, hätten weitere 270 Millionen Schilling an Cash folgen sollen, sowie 500 Millionen Schilling in Form von WAZ-Werbeleisten.

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