Anreize für Sonderpädagogen schaffen

LR Stemer will Mangel an Sonderpädagogen entgegenwirken

Bregenz (VLK) - Die Umsetzung der vom Bund vorgegebenen
Integration in Regelschulen ist auf Grund des Mangels an Sonderpädagogen in ganz Österreich ein Problem.
Schullandesrat Siegi Stemer will nun mit besonderen Anreizen
mehr Vorarlberger Pädagogen für diese wichtige und wertvolle Aufgabe gewinnen. "Sonderpädagogen leisten unverzichtbare
Arbeit in unseren Schulen und für unsere Gesellschaft, die
mitunter sehr belastend ist und daher entsprechend
unterstützt werden muss", betont der Landesrat. ****

"Die Aufgabe, Kinder mit Behinderungen zu unterrichten und
zu betreuen ist schwierig und oft sehr belastend", stellt
Landesrat Stemer klar. "Diese Lehrpersonen brauchen besondere Unterstützung." Laut Stemer wird man sich in Vorarlberg darum bemühen. Geplant ist u.a. die Übernahme von Kosten der Absolvierung einer berufsbegleitenden Ausbildung zum Sonderpädagogen. Besondere Unterstützung sollen
Sonderpädagogen in Zukunft auch im Bereich der Fort- und Weiterbildung erhalten. Erste erfreuliche Aussichten dieser Bemühungen zeichnen sich bereits dadurch ab, dass im Herbst
über zehn Lehrpersonen eine berufsbegleitende
sonderpädagogische Ausbildung starten werden, wie der
Direktor der Pädak in Feldkirch, Ivo Brunner, mitteilte.

Gleichzeitig fordert Stemer den Bund, der als Gesetzgeber
für die Regelung der schulischen Integration zuständig ist,
auf, die Rahmenbedingungen für Sonderpädagogen zu verbessern. Konkret weist Stemer darauf hin, dass die Vorgabe des Bundes
(seit mehreren Jahren werden unverändert für 2,7 Prozent der schulpflichtigen Kinder sonderpädagogische Planstellen
anerkannt) hinter den tatsächlichen Gegebenheiten
zurückbleibt (in der Praxis ist der Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf deutlich über 3 Prozent der schulpflichtigen Kinder).

In diesem Zusammenhang stellt der Schullandesrat klar:
"Bei der Entscheidung, ob ein Kind mit Behinderung in einer
Volks- bzw. Hauptschule nach dem Sonderschullehrplan oder in
einem Sonderpädagogischen Zentrum unterrichtet werden soll,
muss in erster Linie sorgfältig abgewogen werden, was für das
Kind das Beste ist. Für jeden verantwortungsvollen Pädagogen stehen dabei die individuellen Bedürfnisse des betroffenen
Kindes und die optimale Förderung und Betreuung im
Vordergrund."

Auf Grund des Engpasses bei den Sonderpädagogen können
derzeit nicht alle Wünsche nach Besuch einer
Integrationsklasse erfüllt werden. "Ich bedaure dies sehr",
stellt Landesrat Stemer klar, aber wir können keine Sonderpädagogen aus dem Hut zaubern." Darüber hinaus hat der Dienstgeber keine gesetzliche Möglichkeit, Lehrpersonen ohne entsprechende fachliche Ausbildung zum Unterrichten in einer Integrationsklasse zu verpflichten. Im (Bundes-) Gesetz ist
dies so geregelt. Zudem wäre dies auch nicht gut, denn
Integration kann generell nur dann gut gelingen, wenn
Lehrpersonen diese ausgesprochen anspruchsvolle
Herausforderung ohne Zwang und gerne annehmen.

Landesrat Stemer verweist auch auf die ausgezeichnete und anerkannte Arbeit an den Sonderschulen bzw.
Sonderpädagogischen Zentren: "Auch hier erhält jedes Kind
eine maßgeschneiderte Ausbildung und Betreuung, die genau auf
seine Fähigkeiten und Bedürfnisse abgestimmt ist."

Der Landesrat wird in Wien mit Nachdruck auf die
Problematik hinweisen und Unterstützung einfordern. Die
forcierte Ausbildung von Sonderpädagogen und zusätzliche Anerkennung der anspruchsvollen Tätigkeit ist das Ziel.
(so/gw,nvl)

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