Tancsits: Positive Kräfte bei Sozialpartnern müssen sich durchsetzen

Wien, 15.Juni 2001 (ÖAAB-PD); Jedes Jahr werden zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Arbeitsverhältnisse beendet. Für viele davon würde es einen nicht unerheblichen Schaden bedeuten, wenn die Abfertigung Neu nicht am Beginn des kommenden Jahres in Kraft tritt. "Ich hoffe daher, daß es in den nächsten Tagen einen Abschluß der Sozialpartnergespräche gibt und daß sich dabei die positiven Kräfte durchsetzen", sagte ÖAAB-Generalsekretär Abg. z. NR Mag. Walter Tancsits.****

Weitere Verzögerungen wären aber nicht nur gegen die Interessen der Arbeitnehmer, auch für die Wirtschaft habe das alte Abfertigungssystem Nachteile. "Vor allem Kleinunternehmen kommen durch das derzeitige Rücklageverfahren oft in Liquiditätsprobleme, wenn sie langjährige Mitarbeiter abfertigen müssen und auch beim Verkauf von Unternehmen kommt es dadurch zu kräftigen Wertminderungen", so Tancsits. Derzeit müßten fast die Hälfte der Zahlungen aus dem Insolvenzentgeltfonds für nicht vorhandene Abfertigungsrücklagen aufgewendet werden. "Vom Anspruch auf Zusatzpension gar nicht zu reden. Diesen gibt es im alten System überhaupt nicht."

Eine Umsetzung der Abfertigung Neu sei daher das Gebot der Stunde und bei den Sozialpartnergesprächen würden "dort und da ja schon die Positionen hervorleuchten". Ein "Exemplar der bremsenden Gattung" sei dabei Richard Leutner aus der Wiener Arbeiterkammer, der die Möglichkeit, die Abfertigung Neu wahlweise als Zusatzpension zu nutzen, immer wieder ablehne. "Untersuchungen belegen aber, daß gerade diese Option bei den Arbeitnehmern auf hohe Zustimmung stößt", sagte Tancsits. Man suche daher den Konsens, sollte dieser nicht zustande kommen, so werde die Reformkoalition entscheiden. Diese habe ja schon bei Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten in der Frage der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bei der Einführung des Kindergeldes bewiesen, daß sie im Interesse der Bevölkerung zu handeln in der Lage sei.

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