Saisonverlängerung im Tourismus: Maßnahmen erfolgreich

Tourismusbetriebe brauchen Ausländer als Saisonniers und Fachkräfte

Die durch Sonderkollektivvertrag beschlossenen Maßnahmen zur Saisonverlängerung im Tourismus waren bisher durchaus erfolgreich. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein zeigt sich, ebenso wie die Tourismusvertreter, mit der Entwicklung zufrieden und sieht derzeit keine Notwendigkeit, eine Verordnung zu erlassen. Wie berichtet hatte Bartenstein in der Vergangenheit die Rute ins Fenster gestellt, bei Nichterreichen der Ziele die umstrittene Wartefrist für den Bezug des Arbeitslosengeldes per Verordnung einzuführen.

In einer Gesprächsrunde der Sozialpartner mit dem Minister am Mittwoch Nachmittag wurde festgehalten, dass der Sonderkollektivvertrag unbefristet verlängert wird. Die Monate Jänner bis April brachten eine rechnerische Einsparung von mehr als 100 Millionen Schilling in der Arbeitslosenkasse. Deshalb bestehe keine aktuelle Notwendigkeit, von der Verordnungsermächtigung Gebrauch zu machen.

Ein wichtiges Thema der Sozialpartner-Gesprächsrunde war die Saisonnierfrage. Ein weiteres Kontingent von 1.400 Personen ist bis 18. d.M. in Begutachtung. Bundessektionsobmann Johann Schenner verwies in der Diskussion auf die "Überlebensnotwendigkeit" von Saisonniers für Klein- und Kleinstbetriebe. Schenner kritisierte mit Nachdruck eine vereinfachte, politisch motivierte Sichtweise in der Saisonnierfrage. Entgegen jüngsten Äußerungen sei der Bedarf an Saisonniers sehr wohl nach Bundesländern und Regionen zu differenzieren. Als Beispiel nannte Schenner den boomenden Tourismus in den Alpen, dem ein völlig ausgetrockneter Arbeitsmarkt gegenübersteht. Auch die lokalen AMS-Stellen, die den Bedarf an das Arbeitsministerium melden, bestätigen den Mangel an Arbeitskräften. Fachverbandsvorsteher Helmut Hinterleitner ersuchte den Minister zu einer schnellen Bewilligung der von der Wirtschaft geforderten Saisonniers und warnte, daraus ein "Politikum" zu machen.

Fachverbandsvorsteher Hans Melcher betonte, dass nicht nur Hilfskräfte als Saisonniers nach Österreich kommen. Dieser Weg eröffne auch qualifizierten Mitarbeitern die Möglichkeit, für eine bestimmte Zeit in Österreich zu arbeiten und an Ort und Stelle Know how des "Tourismusweltmeisters" zu erwerben. Unter den Saisonniers befinden sich beispielsweise Absolventen von Tourismusschulen der künftigen EU-Mitgliedsländer. Diese jungen Leute sind als temporäre Mitarbeiter sehr gefragt. "Tourismus ist keine Einbahnstraße. Die touristischen Hoffnungsmärkte sind für uns von großer Bedeutung", betont Melcher.

Wie der Syndikus der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Michael Raffling, berichtet, wird der touristische Arbeitsmarkt im Auftrag der Wirtschaftskammer vom WIFO untersucht. Die Besonderheiten des heimischen Arbeitsmarktes - Phänomen des eklatanten Fachkräftemangels bei zugleich hoher Arbeitslosigkeit (rund 20 Prozent trotz Rückgängen im Mai) - sprechen für die Notwendigkeit von Saisonniers. Ein Drittel der Mitarbeiter sind Hilfskräfte. Vor allem für diese Bereiche finde man nur unzureichend Österreicher. Der Ausländeranteil im österreichischen Tourismus von rund 28 % sei im internationalen Vergleich gering, erklärt Raffling.

Bartenstein regte bei dem Sozialpartnergespräch eine regionale Analyse der Arbeitslosigkeit an. Derzeit gelten Arbeitslose vielfach als nicht vermittelbar, obwohl in anderen Regionen Nachfrage herrscht. Zur Verbesserung der Situation soll eine Initiative "Qualitätstourismus braucht Qualitätsmitarbeiter" gestartet werden.

An dem Gespräch bei Minister Bartenstein und dessen Experten nahmen von Seiten der Tourismuswirtschaft Bundessektionsobmann Schenner, die Fachverbandsvorsteher Hinterleitner (Gastronomie) und Melcher (Hotellerie), Syndikus Raffling sowie die Fachverbandsgeschäftsführer Gregor Herzog (Hotellerie) und Thomas Wolf (Reisebüros) teil. Die Delegation der Gewerkschaft leitete HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske. (HP)

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