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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Ist Bildung gefährlich?

Utl.: Ausgabe vom 14. Juni 2001=

Von ungetrübtem Optimismus verklärt, war es
Österreich bislang ein Leichtes, die Augen vor der nicht annähernd so optimistischen Realität zu verschließen. Die Alpenrepublik hielt -aller anderslautenden Statistiken - trotzig fest: Österreich ist ein Land der Bildung. Ja, ein Land der Akademiker. Und Doktoren...
Heute ist es weniger die jüngste OECD-Studie, die uns die Augen aufreißen lässt vor einer diametral entgegengesetzten Tatsächlichkeit, als vielmehr der Zusammenprall von Statistik und Praxis. Von einer Praxis, die letztlich bis ins "Hohe Haus" vorgedrungen ist: Fachkräftemangel.
Es trifft sich gut, wenn in der gestern vorgelegten OECD-Studie kommentarlos zweierlei festgehalten wird. Erstens: Nach der Türkei, Tschechien und Mexiko folgt Österreich unter den Ländern mit der niedrigsten Quote im Hochschulbereich. Zweitens: Das Studium in Österreich dauert am längsten und ist am teuersten.
Womit drittens zu prognostizieren ist: Österreichs Abstand zum Durchschnitt anderer Staaten wird sich mittelfristig vergrößern. Empfindlich vergrößern. Studiengebühren von 5000 Schilling pro Semester, reduzierte Zuverdienstgrenzen und das "verlockende" Angebot an Studentinnen, während ihrer Studienzeit "dank" Kindergeld eine Karenzpause anzutreten, sprechen eine deutliche Sprache. Die Sprache der verantwortlichen Politik, die an einer höheren Bildungsquote kein Interesse hegt. Bildung ist gefährlich --für eine Politik, die weniger das mitdenkende als ein nachplapperndes Wählervolk liebt.

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