Wiener FP-Klausur (2): Kabas: FP für große Wiener IT-Initiative

Auch im Zukunftssektor IT droht für Wien die rote Laterne

Wien, 2001-06-13 (fpd) - Um den Wiener Arbeitsmarkt für die Zukunft fit zu machen, sprach sich heute der Obmann der Wiener Freiheitlichen Mag. Hilmar Kabas für ein umfassendes Maßnahmenpaket im Bereich IT (Informationstechnologie und Telekommunikation) aus. ****

In etlichen österreichischen Bundesländern sei schon vor geraumer Zeit erkannt worden, welche Potentiale im IT-Bereich für eine positive Entwicklung der Wirtschaft vorhanden seien. Dei Beispiele seien hier besonders zu erwähnen: Kärnten, Steiermark und Salzburg. Dort wurden eigene Ausbildungsschienen und -stätten, Bewusstseinskampagnen und Gründungsinitiativen gestartet. Kärnten sei in seiner Ausrichtung auf "new economy" sogar Vorreiter und gehöre laut mehreren Studien, wie etwa auch dem Benchmark Club zufolge, zu den dynamischst wachsenden Regionen Europas, so Kabas.

Wien allerdings hinke, wie im allgemeinen Wirtschaftsbereich, auch im IT-Bereich gewaltig nach. Schon vor einem Jahr habe die Wiener FPÖ eine IT-Akademie auf Wiener Boden gefordert. Bis heute sei in diese Richtung nichts geschehen. Niederösterreich etwa finanziere 300 Millionen in den Fachhochschulbereich, Oberösterreich 280 Millionen und Wien als Bundeshauptstadt bescheidene 30 Millionen Schilling, zog Kabas einen Vergleich.

Dabei stelle sich der IT-Sektor immer mehr als wirtschaftliches Triebwerk dar. Eine der gravierendsten Mängel sei u. a., daß Wien keine High-Tech-Cluster mit hochwertigen Synergien zwischen Universität und IT-Sektor etabliert sowie keinerlei Maßnahmen zur Bereitstellung von ausreichend Risikokapital geschaffen habe.

Auf der anderen Seite sei das künftige Arbeitsmarktpotential im IT-Sektor derart groß, daß dies schon in unmittelbarer Zukunft ohne entsprechende Maßnahmen der Politik nicht gedeckt werden kann. So rechnete etwa das WIFO schon vergangenes Jahr für die nächsten drei Jahre, jetzt also nur noch nur zwei mit einer Untergrenze von zusätzlichen 9.000 Arbeitsplätzen alleine für Wien. Sehr positive Schätzungen gehen davon aus, daß alleine durch die Etablierung der UMTS-Technologie für den Wiener Raum mit knapp 20.000 entstehenden Arbeitsplätzen gerechnet werden kann.

Maßnahmen müssten, so Kabas, umgehend ergriffen werden. Die Wiener FPÖ habe daher im Rahmen ihrer Klubklausur ein Maßnahmenpaket diskutiert und wolle endlich einen politischen Grundkonsens auch in Wien über die Zukunftschancen im IT-Sektor.

FP-Forderungspaket für den Wiener IT-Bereich

Umgehend müsse eine Ausbildungsinitiative gestartet und zumindest eine IT-Akademie, aber auch HTL- und FHS-Angebote in Wien eingerichtet werden, die gezielt auch als arbeitsmarktpolitisches Instrumente auf die neuen Entwicklungen Bedacht nehmen soll. Besonders interessant könnte es neben einer allgemeinen Ausrichtung etwa auch sein, für Frauen ein Angebot zum beruflichen Wiedereinstieg zu entwickeln, älteren Arbeitnehmern eine Zukunft im IT-Sektor zu bieten, maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote zu entwickeln, etc. Zur Finanzierung soll unter anderem ein Wiener IT-Fonds eingerichtet und aus unterschiedlichen Quellen gespeist werden: Technologiefonds der AVZ, Kommunalbudget, Mittel des WAFF und auch WWFF sollen dementsprechend konzentriert werden.

Darüber hinaus müsste im Rahmen der Referatseinteilung in der Wiener Landesregierung endlich eine technologiepolitische Zuständigkeit geschaffen werden, parallel dazu Bestellung eines IT-Kurators im Rahmen des WAFF und WWFF sowie Gründung einer Technologiemarketing-Gesellschaft. In Zusammenarbeit dieser Stellen soll u. a. ein Entwicklungsleitbild für Wien im IT-Bereich konstruiert sowie eine Dachmarke positioniert werden. Insbesondere muß es Aufgabe eines IT-Kurators sein, aktiv und gezielt bei der sogenannten "start-up"-Phase junger Unternehmen im IT-Bereich eine Hilfestellung zu leisten.

Raschestmöglich sollen auch die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, um in Wien den Zukunftsanforderungen im IT-Bereich voll Rechnung tragen zu können. So könnte beispielsweise im Bereich des heutigen Westbahnhofes dafür ein "Silicon Vienna" geschaffen werden, denkbar wäre dies etwa auch im Bereich um das Südbahnhof-Gelände oder auch der Donaustadt.

Darüber hinaus, forderte Kabas, müsse endlich in Wien eine radikale Vereinfachung von Genehmigungen, Verfahren bzw. Betriebsansiedlungen in Wien vorgenommen werden. Während in Gründung befindliche Unternehmen im IT-Bereich in Zeiträumen von wenigen Wochen, wenn nicht Tagen, planen und agieren müssen, steht dem gegenüber die veraltete Verwaltungsstruktur des Wiener Magistrates, in dem die Herbeiführung von Entscheidungen Monate, manchmal Jahre benötigt.

Im Zuge der notwendigen Neupositionierung des maroden Wiener Messestandortes soll es auch zu einer gezielten Förderung bzw. Ankurbelung der heimischen IT-Messe (ifabo) kommen, die, etwa im Vergleich zur im bundesdeutschen Raum benachbarten "CEBIT" zu einer echten Provinzmesse verkommen ist.

Auch müsse das allgemeine Interesses am IT-Bereich durch Aufstellung von PITs (Public Internet Terminals), also öffentlich zugänglichen Internet-Computern, nicht nur an neuralgischen Punkten, sondern auch in öffentlichen bzw. teilöffentlichen Gebäuden, wie etwa Seniorenheimen, Amtsgebäuden, Spitälern, etc. forciert werden.

Angesichts der Entwicklungen im IT-Bereich solle die Stadt Wien die Leistungen der Öffentlichkeit in diesem Sektor auch entsprechend würdigen. Durch die Schaffung eines eigenen Preises der Stadt Wien, der medienwirksam ausgeschrieben, ermittelt und verliehen werden soll.

Wir von der Wiener FPÖ verstehen unsere Vorschläge als Diskussionsgrundlage, wollen aber, daß die Notwendigkeiten, daß unsere Stadt die Potentiale im IT-Bereich voll nutzt, außer Streit gestellt werden bzw. ein Grundkonsens darüber herrscht. "Wien muß hier rasch, effizient und umfassend tätig werden", forderte Kabas. (Schluß) HV

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