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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Eine Zukunft ohne Nachbarn?

Utl.: Ausgabe vom 13. Juni 2001=

Politik verlangt bisweilen gerade von den klügsten Köpfen, sich so blöd zu stellen, dass es weh tut. Anders ist nicht erklärbar, dass Arbeiterkammer-Direktor Erwein Paska für einen Volksentscheid zum EU-Erweiterungsprogramm eintritt. Paska hat damit zumindest die Rechtfertigung nachgeliefert, warum er Haiders Wunschkandidat für den Aufsichtsrat der Landesholding war. Aber das eine hat mit dem anderen natürlich nichts zu tun. Dass der eben bestellte Aufsichtsrat umgehend die Meinung Haiders propagiert, ist Zufall.
Gerade als Arbeiternehmer-Vertreter will der AK-Direktor ja nichts anderes, als dass die Arbeitnehmer wichtige Fragen selbst entscheiden. Paska bedient damit - und das weiß er - Ressentiments. So festigt man Vorurteile und beschwört Feindbilder. Der eigenen Klientel wird vorgetäuscht, sie könnte über Rechte und Ziele anderer abstimmen. Das zentrale europäische Ziel, Friedensgemeinschaft durch gemeinsames Arbeiten und Wirtschaften zu sein, wird damit mit Füßen getreten.
Natürlich ist es die Pflicht der AK, die Interessen der Arbeitnehmer gerade auch in Hinblick auf die Osterweiterung wahrzunehmen und zu schützen. Aber wo liegt dieses Interesse? Ist es wirklich schon dadurch gewahrt, dass wir es hinter den Karawanken verschanzen und uns einreden, wir würden allein deshalb Zukunft haben, weil wir eben diese alle anderen per Volksentscheid verweigern? Mit welchem Recht sollten wir unseren Nachbarn eine Zukunft verweigern wollen, die wir für uns in Anspruch nehmen? Ja hätten wir denn Zukunft ohne unsere Nachbarn, Herr Paska?

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