"Kleine Zeitung" Kommentar: "Schleuderkurs" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 13.6.2001

Graz (OTS) - Der Schleuderkurs, den die SPÖ bei den Schulgesetzen hinlegte, als sie zuerst zustimmte und dann ablehnte, war auf keinen Reifenplatzer zurückzuführen. Die Panne gehört zum System.

Alfred Gusenbauer entwickelt ein atemberaubendes Tempo, wenn er von der linken auf die rechte Straßenseite wechselt.

Die erste Botschaft des Parteichefs war eindeutig: Gusenbauer deponierte für die SPÖ ein klares Nein zu einem Referendum über die EU-Osterweiterung.

Die zweite Stellungnahme klang ganz anders: Gusenbauer konnte sich eine Volksabstimmung in allen EU-Ländern und auch den Beitrittskandidaten als "nur logisch" vorstellen.

Die dritte Nachricht war wieder ein Rückzieher: Gusenbauer wertete seinen Vorschlag nach einer europaweiten Volksabstimmung plötzlich als "völlig unrealistisch".

Ist Gusenbauer sinnesverwirrt? Sicher nicht. Der SPÖ-Chef lieferte bloß für die Volksabstimmungs-Kampagne der Kronenzeitung die Schlagzeile, die das Blatt von ihm haben wollte. Dafür geben die Genossen nur zu gerne ihr Gewissen ab. ****

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