Österreichs Tourismusausbildung eine weltweite Erfolgsgeschichte

Schenner weist jüngste Kritiken am Lehrlingswesen zurück -Interessensvertretung initiiert neue, moderne Lehrberufe

Wien (PWK431) - Die Lehrlings- und Ausbildungssituation im österreichischen Tourismus wird zu Unrecht kritisiert. Bei einem Anteil von 6 Prozent am BNP stellt der Tourismus knapp 11 Prozent der Lehrlinge. Der heimische Fremdenverkehr bildet mit mehr als 13.200 Lehrlingen damit im Verhältnis mehr junge Leute aus als alle anderen Wirtschaftszweige. Die überwiegende Mehrheit (88 Prozent) der Fachkräfte ist außerdem mit ihrer Ausbildung zufrieden, wie dies erst kürzlich eine Studie der Arbeiterkammer bestätigt hat. Und was die Einführung neuer Berufsbilder im Tourismus betrifft, so ist es gerade die Wirtschaft, die auf die rasche Verwirklichung neuer Lehrberufe drängt, nimmt der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, zu den jüngsten Aussendungen der AK aber auch des Tourismus-Staatssekretariats Stellung.

Wie Schenner betont, sind die WIFIs der Wirtschaftskammern die größten Weiterbildungsanbieter im Tourismus, deren Leistungen und hohes Qualitätsniveau über die Grenzen des Landes hinaus anerkannt sind. Es sei ja kein Zufall, dass Österreich bei den internationalen Berufsolympiaden regelmäßig das mit Abstand größte Siegerkontingent stellt. Das gilt im besonderen Ausmaß für die Tourismusberufe.

Die Elemente der heimischen Berufsausbildung, vor allem das bewährte duale System (Ausbildung in Lehre und Berufsschule), sind bereits zu einem wichtigen Image- und Exportfaktor für Österreichs Wirtschaft geworden. "Die Tourismusausbildung in Österreich ist vorbildlich und eignet sich denkbar schlecht zur Profilierung diverser Kritiker", betont der Sprecher der Tourismuswirtschaft. Auch dem Image und der Motivation werde damit kein guter Dienst erwiesen.

Um der kleinstrukturierten Tourismuswirtschaft gerecht zu werden, wurde das neue Berufsbild Hotelfachmann/-frau erarbeitet. Dieses könnte, analog dem Hotel- und Gastgewerbeassistenten in den Großbetrieben, in vielen kleineren Familienbetrieben in bestmöglicher Weise vermittelt werden. Der entsprechende Ausbildungsplan wurde bereits zur Umsetzung eingereicht.

Wie eine Bedarfserhebung in der Hotellerie ergeben hat, würden ca. 500 Hotelbetriebe diesen Lehrberuf als klassischen Hallenberuf im Bereich Portier/Rezeption anbieten.

"Seitens der Interessensvertretung werden neue, moderne Lehrberufe initiiert und jedenfalls nicht verhindert," betont Schenner in diesem Zusammenhang. Auch dem Wunsch des Ministeriums nach Einführung eines neuen zweijährigen Lehrberufs habe man seitens der Interessensvertretung durch die Vorlage der sogenannten "Etagenfachkraft" entsprochen.

Im Übrigen gebe es bereits derzeit für Maturanten, die eine Lehre absolvieren, in allen Tourismusberufen eine verkürzte (zweijährige) Lehrzeit.

Ein von der Wirtschaftskammer zum Zweck der Durchlässigkeit entwickeltes, für alle Lehrberufe identes Modulmodell, unterstreicht einmal mehr den Wunsch der Bundessektion nach modernen Ausbildungsmöglichkeiten in der Tourismuswirtschaft. Dieses flexible Modell wurde ebenfalls den zuständigen Stellen unterbreitet.

Eine kürzlich präsentierte Wifo-Untersuchung prognostiziert für das Gastgewerbe bis 2005 einen zusätzlichen Bedarf von 10.700 Facharbeitern. Die Initiativen der Wirtschaftskammer im Bereich der Lehrlingsausbildung liegen daher im Interesse aller Beteiligten. Die für den Tourismus zuständige Staatssekretärin Mares Rossmann ist ebenso wie die Gewerkschaft HGPD aufgerufen, in Kooperation mit der Interessensvertretung die von der Wirtschaft dringend benötigten praxisnahen Berufsbilder möglichst rasch zu realisieren. "Damit könnte am ehesten ein Beitrag zur weiterhin positiven Entwicklung des österreichischen Tourismus geleistet werden", schließt Schenner. (hp)

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